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Roundup2: Russische Justiz gibt Yukos-Konten für operatives Geschäft frei

(dpa-AFX) Moskau - Nach den nervösen Reaktionen der Ölmärkte auf den Yukos < Yusa.MUN > -Konflikt hat die russische Justiz die gesperrten Konten des Konzerns für das operative Geschäft wieder freigegeben. Die Moskauer Börse verzeichnete am Donnerstag einen deutlichen Kursaufschwung.

(dpa-AFX) Moskau - Nach den nervösen Reaktionen der Ölmärkte auf den Yukos < Yusa.MUN > -Konflikt hat die russische Justiz die gesperrten Konten des Konzerns für das operative Geschäft wieder freigegeben. Die Moskauer Börse verzeichnete am Donnerstag einen deutlichen Kursaufschwung.

Yukos-Finanzvorstand Bruce Misamore lobte die Entscheidung der Behörden. Damit könne man neben den Geschäftskosten auch laufende Steuern zahlen sowie die Steuerschuld für das Jahr 2000 abtragen. Moskauer Analysten bezweifelten allerdings, dass der Yukos-Konzern nun seine gesamte Steuerschuld von insgesamt 2,8 Milliarden Euro für das Jahr 2000 begleichen kann.

Durch die Entscheidung des Justizministeriums vom Mittwochabend kann Yukos wieder auf seine Guthaben zur Finanzierung der laufenden Geschäfte zurückgreifen. Als Reaktion legten Yukos-Aktion im Russischen Handelssystem RTS bis zum Nachmittag um 9 Prozent auf 4,75 Dollar zu.

Yukos Drohte Pleite

Yukos drohte in diesen Tagen die Pleite, da die Barmittel für Löhne sowie Förder- und Transportkosten ausgingen. Seit einem Monat läuft ein Zwangsvollstreckungsverfahren, Vermögenswerte wurden beschlagnahmt. Der nach Fördermenge 2003 größte russische Ölkonzern beschäftigt 120 000 Menschen.

Aktienhändler vermuten hinter dem Zugeständnis der Justiz das Bemühen der russischen Regierung, das operative Yukos-Geschäft nicht zu gefährden. Die Staatsführung wolle neue Erschütterungen des derzeit hoch sensiblen Öl-Weltmarkts vermeiden, kommentierte die Investmentgesellschaft Renaissance Capital das Geschehen. Ölhändler hatten die Rekordpreise auf den Weltmärkten auch mit der ungewissen Zukunft des größten russischen Ölexporteurs begründet.

Ungeachtet der jüngsten Zugeständnisse werde weiter der Verkauf des mit Abstand wichtigsten Yukos-Förderbetriebs, Juganskneftegas, vorbereitet, betonten Analysten in Moskau. Es gilt als sicher, dass der Kreml die Kontrolle über den Erdölsektor verstärken will und deshalb den Verkauf von Yukos-Förderbetrieben an politisch bequemere Konkurrenten befürwortet.

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