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Roundup2: Siemens bestätigt Interesse an Teilen von VA Tech - Preis unklar

Der Siemens-Konzern hat am Donnerstag sein Interesse an dem österreichischen Mischkonzern VA Tech bestätigt. Der Chef von Siemens-Österreich, Albert Hochleitner, sagte, es sei "kein Geheimnis, dass es Überlegungen gibt, ob Teilaktivitäten der VA Tech für Siemens von Interesse sein könnten und dass es dazu Kontakte mit der Kovats-Gruppe gibt". Laut Medienberichten könnte der Kaufpreis bis zu 900 Mill. € betragen.

dpa-afx MÜNCHEN/WIEN. Der Siemens-Konzern hat am Donnerstag sein Interesse an dem österreichischen Mischkonzern VA Tech bestätigt. Der Chef von Siemens-Österreich, Albert Hochleitner, sagte, es sei "kein Geheimnis, dass es Überlegungen gibt, ob Teilaktivitäten der VA Tech für Siemens von Interesse sein könnten und dass es dazu Kontakte mit der Kovats-Gruppe gibt". Laut Medienberichten könnte der Kaufpreis bis zu 900 Mill. ? betragen.

Die zuständigen Gremien der Siemens AG Österreich hätten in dieser Sache bisher aber keine Beschlüsse gefasst, sagte Hochleitner. Zu Preisvorstellungen machte er keine Angaben. Ein VA-Tech-Sprecherin hatte zuvor dpa-AFX gesagt, der Vorstand der Linzer VA Tech wolle 'rasch' Gespräche mit Siemens über die Zukunft des Unternehmens führen. Die österreichischen Sozialdemokraten SPÖ und Gewerkschaften warnten vor einer Zerschlagung des Technologie-Konzerns und dem drohenden teilweisen Abbau der 8 000 VA-Tech-Arbeitsplätzen in Österreich.

VA Tech-Aktie Zeitweise Ausgesetzt

Die Siemens-Aktie stieg bis 12.47 Uhr um 0,99 % auf 57,99 ?. VA Tech-Aktien wurden um 12.08 Uhr mit 54,68 ? (plus 1,64 %) zeitweise vom Handel ausgesetzt.

Die Victory Industriebeteiligung AG um den Industriellen Mirko Kovats ist mit 12,53 % an der VA Tech beteiligt. Die staatliche Österreichische Industrieholding Öiag hält 15 %; 72,47 % der 15 Mill. Aktien sind im Streubesitz. Medienberichten zufolge planen Siemens und Victory ein Angebot von 55 bis 60 ? je VA Tech-Aktie. Eine freundliche Übernahme wäre für Siemens nur mit Zustimmung von Victory und Öiag möglich.

Die Pläne zur Übernahme sind einem Pressebericht zufolge bereits detailliert ausgearbeitet. Das berichtet das österreichische Wirtschaftsmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. Ein schriftlicher Übernahme-Entwurf liege dem Magazin vor. Der gebotene Preis je Aktie soll fünf Euro über dem Börsenkurs zum Zeitpunkt des Angebots liegen, maximal aber 60 ? betragen.

Der Konzern kommentierte diese Angaben nicht. Die für Siemens interessanten Bereiche seien Energieübertragung und-verteilung (T & D) sowie Infrastruktur (Elin EBG). Der Industrieanlagenbau (VAI) könnte an die A-Tec-Gruppe von Victory-Chef Kovats gehen, heißt es in dem Vorabbericht. Um politische Vorbehalte zu zerstreuen, wolle Siemens weitgehende Standort- und Arbeitsplatzgarantien zusichern.

Öiag Will Zerschlagung Verhindern

Die Österreiche Staatsholding Öiag wurde von Victory am Donnerstag offiziell über Gespräche mit dem DAX-Schwergewicht Siemens informiert. Es liege der Öiag derzeit aber kein konkretes Angebot vor, teilte die Staatsholding mit. "Eine vom Unternehmen als feindlich beurteilte Übernahme samt einer eventuellen Zerschlagung des Unternehmens wird seitens der Öiag nicht unterstützt," sagte Öiag-Vorstand Peter Michaelis.

"Wir unterstützen den Vorstand der VA Tech." Die Öiag handele gemäß ihres gesetzlichen Auftrags, der die Wahrung der österreichischen Interessen sowie der Interessen des Unternehmens vorsehe. Ob die Öiag die geplante Kapitalerhöhung unterstütze, werde zu gegebener Zeit geprüft.

Einstieg FÜR Siemens Kompliziert

Analysten sehen einen Siemens-Einstieg bei VA Tech skeptisch. Theo Kitz von Merck & Finck sagte, angesichts der Aktionärsstruktur sei ein Einstieg sehr umständlich und langwierig. "Ich frage mich, wie viel Sinn es für Siemens macht, eine kleine Beteiligung mit wenig Kontrolle zu erwerben." Bereits im Januar habe Siemens mit VA Tech gesprochen.

Eine komplette Übernahme würde große Management-Kapazitäten binden. Auch der staatliche Aktionär Öiag sei eher ein Hindernis. "Ein Leben mit solch einem Partner stelle ich mir schwierig vor", sagte Kitz. Siemens sei nur an Konzernteilbereichen interessiert, eine Zerschlagung werde die Öiag aber wohl kaum mittragen.

Nach Angaben der "Börsen-Zeitung" hat VA Tech in den vergangenen beiden Jahren einen Nettoverlust von insgesamt 108 Mill. ? angehäuft. Die außerordentliche Hauptversammlung am 21. September solle eine Kapitalerhöhung von maximal 3,8 Mill. neuen Aktien beschließen. Nach Informationen des österreichischen "Standard" will Victory-Eigner Kovats sich an der Kapitalerhöhung kräftig beteiligen.

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