Archiv
Roundup2: Siemens übernimmt 17-Prozent Anteil an VA-Tech

Siemens Österreich übernimmt nach einer gescheiterten Übernahme im September jetzt ein Aktienpaket von 17 Prozent an dem österreichischen Technologiekonzern VA Tech .

dpa-afx WIEN. Siemens Österreich übernimmt nach einer gescheiterten Übernahme im September jetzt ein Aktienpaket von 17 Prozent an dem österreichischen Technologiekonzern VA Tech . Er habe seine gesamten Anteile an die österreichische Tochter des deutschen Konzerns verkauft, teilte der Industrielle Mirko Kovats am Sonntag in Wien mit. Damit ist Siemens größter Aktionär von VA Tech.

Siemens Österreich-Chef Will Mehr ALS 17 Prozent AN VA Tech

"Wir sind einmal sehr froh, dass wir nach dem ersten gescheiterten Anlauf einen zweiten haben", sagte Siemens Österreich-Chef Albert Hochleitner am Sonntagabend in einem Interview mit der "Zeit im Bild 1" im ORF-Fernsehen auf die Frage, ob dies nur ein erster Schritt war und ob Siemens die VA Tech weiter ganz haben wolle. Man sei froh, nun diese rund 17 Prozent zu haben. Es sei aber "kein Geheimnis, dass wir nicht auf Dauer stehen bleiben wollen bei 17 Prozent".

Mirko Kovats will den Verkaufserlös für sein 17-Prozent-Paket an VA Tech in sein übriges Beteiligungsreich - eine Industriegruppe mit einer Milliarde Euro Umsatz - investieren. "Ich werde mich mit meinen Partnern Ronny Pecik und Christian Schmidt in Zukunft ganz auf die Entwicklung unserer eigenen Industriegruppe konzentrieren", kündigte er Sonntagabend in einer Presseerklärung an. Da nämlich sei man 100-Prozent-Eigentümer und da seien die "unternehmerischen Ziele" rasch und effizient umzusetzen. Er plant für das Jahr 2005 im übrigen "signifikante Akquisitionen".

Öiag Hüllt Sich Zunächst IN Schweigen

Dass sich der Aktienkurs der VA Tech seit seinem Engagement im Frühjahr 2003 (als er rund 19 Prozent VA-Tech-Aktien aus dem Voest-Bestand übernahm) auf mehr als 50 Euro verdoppelt hat, und seine Gruppe damit jetzt auch gut aussteigt, schreibt sich Kovats auf die eigenen Fahnen. "Alle Aktionäre haben verdient. Das ist im Wesentlichen mir zu danken und meiner Aktivität."

In der Öiag, mit 14,7 Prozent zweitgrößter Aktionär des VA Tech-Konzerns, hüllt man sich nach dem überraschenden Einstieg von Siemens bei Österreichs größtem Technologiekonzern vorerst in Schweigen. "Wir werden uns dazu heute nicht äußern", sagte eine Sprecherin der Staatsholding Sonntagabend zur APA. Über die Motive wisse man zur Stunde noch nicht Bescheid, so Öiag-Sprecherin Anita Bauer, "daher können wir das jetzt auch nicht beurteilen". Voraussichtlich morgen werde es eine Erklärung der Öiag geben, hieß es weiter.

Staat Österreich Hält Noch Rund 14% AN VA Tech

Der Staat Österreich hält über die Privatisierungs-Gesellschaft Öiag noch rund 14 Prozent an dem Linzer Konzern. Die Regierung in Wien hatte am 2. November bekannt gegeben, dass sowohl Siemens, als auch Kovats für die Dauer von einem Jahr keinen Übernahmeversuch mehr starten dürften.

VA-Tech beschäftigt weltweit rund 17 000 Menschen, davon 8 000 in Österreich und mehrere Tausend in Deutschland. Für den Fall einer Übernahme durch Siemens rechneten Experten mit einem Abbau von mehreren Tausend Arbeitsplätzen in Bereichen, in denen es zwischen beiden Konzernen Überschneidungen gibt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%