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Roundup2: Thyssenkrupp erhöht Vorsteuergewinn-Prognose nach starkem 3. Quartal

Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat nach einem starken dritten Quartal seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erhöht. Gleichzeitig kündigte der Konzern am Donnerstag in Düsseldorf an, wegen steigender Rohstoffpreise zum 1. Oktober die Stahlpreise je nach Produkt um bis zu 50 € pro Tonne anzuheben. Im abgelaufenen Quartal verzeichnete der Konzern Zuwächse bei Umsatz und Gewinn und lag damit deutlich über den Erwartungen der Analysten. Die Thyssenkrupp-Aktien setzten sich am Donnerstag an die DAX-Spitze und schlossen mit einem Plus von 3,76 % auf 14,62 €.

dpa-afx DÜSSELDORF. Der Industriekonzern Thyssenkrupp hat nach einem starken dritten Quartal seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erhöht. Gleichzeitig kündigte der Konzern am Donnerstag in Düsseldorf an, wegen steigender Rohstoffpreise zum 1. Oktober die Stahlpreise je nach Produkt um bis zu 50 ? pro Tonne anzuheben. Im abgelaufenen Quartal verzeichnete der Konzern Zuwächse bei Umsatz und Gewinn und lag damit deutlich über den Erwartungen der Analysten. Die Thyssenkrupp-Aktien setzten sich am Donnerstag an die DAX-Spitze und schlossen mit einem Plus von 3,76 % auf 14,62 ?.

Im Geschäftsjahr 2003/2004 (Ende September) erwartet das im DAX notierte Unternehmen nun einen Vorsteuergewinn (EBT) ohne Effekte aus Unternehmensveräußerungen "nahe" 1,5 Mrd. ?. Bisher hatte der Konzern ein Ergebnis "nahe an 1 Milliarde Euro" prognostiziert. Finanzvorstand Stefan Kirsten sagte in einer Telefonkonferenz, er wäre "nicht unglücklich", wenn das Vorsteuerergebnis bis 10 % an diese Marke herankommen, also bei rund 1,35 Mrd. ? liegen würde.

Zu der Erreichung dieser Prognose solle auch die Umstellung der Bilanz auf die International Financial Reporting Standards (Ifrs) beitragen, die der Konzern plant. Im Zuge der Umstellung werde die Vorratsbewertung umgestellt, dadurch steige der Gewinn vor Steuern bis Ende 2004 um 100 Mill. bis 200 Mill. ?. Thyssenkrupp-Vorstandschef Ekkehard Schulz nannte als Grund für die höheren Vorsteuererwartungen neben "konjunkturellem Rückenwind" die "zuletzt sehr gute" Ergebnisentwicklung im Segment Steel, aber auch bei Services und Automotive. Die Umsatzprognose ließ der Konzern unverändert bei 38 Mrd. ?.

Dividendenerhöhung Geplant

Finanzchef Kirsten stellte für das laufende Geschäftsjahr eine Dividendenerhöhung in Aussicht. Im vergangenen Geschäftsjahr 2002/2003 hatte Thyssenkrupp eine Dividende von 50 Cent ausgeschüttet. Nach neun Monaten lägen die Ergebnisse weit über den Vorjahreswerten, sagte Kirsten. Es sei "ziemlich offensichtlich", dass Thyssenkrupp im Zuge dessen auch die Dividende erhöhen werde. "Um wieviel, können wir jetzt noch nicht sagen." Die Höhe der Dividende solle Anfang Dezember genannt werden.

Im dritten Quartal profitierte der Konzern vom anhaltenden Stahlboom und verzeichnete einen Ergebnissprung. Das EBT aus fortgeführten Aktivitäten kletterte von 218 Mill. auf 488 Mill. ?. Der Umsatz lag bei 10,7 Mrd. ?, im Vorjahr waren es 8,85 Mrd. ?. Damit lag Thyssenkrupp deutlich über den Erwartungen der Analysten. Diese hatten im Schnitt mit einem EBT von 325 Mill. ? und einem Umsatz von 9,71 Mrd. ? gerechnet. Der Überschuss wuchs von 214 Mill. auf 274 Mill. ?. Der Auftragseingang stieg um 18 % auf 10,6 Mrd. ?. Die Nettoverbindlichkeiten lagen am 30. Juni bei 4,262 Mrd. ?. Bis Ende des Jahres sollen sie auf vier Mrd. ? gesenkt werden, sagte Finanzchef Kirsten.

Werftenverbund Soll Erst IM Dezember Starten

Thyssenkrupp kündigte an, die Zusammenführung der Thyssenkrupp-Werften mit der Kieler Howaldtswerke Werft-Deutsche AG (HDW) werde erst im Dezember abgeschlossen. "Wir rechnen mit der Vertragsunterzeichnung im Spätsommer", heißt es im Quartalsbericht. "Vorbehaltlich der Zustimmung der relevanten Aufsichtsgremien beider Partner sowie der zuständigen Behörden ist ein Abschluss der Transaktion für Ende Dezember vorgesehen." Besitzer der HDW ist der US-Investor One Equity Partners (OEP). Zuletzt hatte es geheißen, der Vertrag solle Ende August abgeschlossen werden.

Mehrere Banken hoben nach den überraschend guten Zahlen das Kursziel für die Aktie des Stahlkonzerns an. Die Erwartungen wurden laut Börsianern deutlich übertroffen. "Ohne Worte, die Daten zum dritten Quartal sind fantastisch", sagte ein Düsseldorfer Händler. Positiv wertet er zudem den angehobenen Ausblick. Analyst Jürgen Siebrecht von der Westlb sagte, das "unglaublich gute Ergebnis" zeige, dass die höheren Stahlpreise in höhere Margen umgemünzt werden konnten.

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