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ROUNDUP2: Viva und MTV unter einem Dach - US-Konzern Viacom kauft Mehrheit

FRANKFURT/KÖLN (dpa-AFX) - Die beiden Musiksender Viva und MTV werden künftig unter einem Dach geführt. Der Mutterkonzern von MTV, Viacom, hat sich die Mehrheit an dem Kölner Medienunternehmen Viva Media AG gesichert und plant eine Neupositionierung der Musiksender. "Der Erwerb von Viva Media ist ein bedeutender strategischer Vorstoß, der unsere Position in Deutschland nachhaltig ausbaut", sagte der Viacom-Co-Präsident Tom Freston am Donnerstag in Frankfurt. "Deutschland ist als größter TV-Werbemarkt ein Schlüsselfaktor für die Wachstumspläne von MTV Networks in Europa." Laut MTV ist die Viva-Übernahme bislang die größte Akquisition des Senders.

FRANKFURT/KÖLN (dpa-AFX) - Die beiden Musiksender Viva und MTV werden künftig unter einem Dach geführt. Der Mutterkonzern von MTV, Viacom, hat sich die Mehrheit an dem Kölner Medienunternehmen Viva Media AG gesichert und plant eine Neupositionierung der Musiksender. "Der Erwerb von Viva Media ist ein bedeutender strategischer Vorstoß, der unsere Position in Deutschland nachhaltig ausbaut", sagte der Viacom-Co-Präsident Tom Freston am Donnerstag in Frankfurt. "Deutschland ist als größter TV-Werbemarkt ein Schlüsselfaktor für die Wachstumspläne von MTV Networks in Europa." Laut MTV ist die Viva-Übernahme bislang die größte Akquisition des Senders.

Am Vortag hatte sich Viacom mit den Großaktionären, darunter die Time-Warner-Tochter < TWX.NYS > < AOL.FSE > Turner Broadcasting System International und der Musikkonzern Universal < PEX.PSE > < VVU.FSE > , auf die Übernahme ihrer Anteil von insgesamt 75,8 Prozent geeinigt. Für die noch ausstehenden Papiere wird je 12,65 Euro geboten. Viacom betonte, das Kölner Unternehmen vollständig übernehmen zu wollen. Dann soll auch die im SDAX < SDXP.ETR > notierte Aktie der Viva Media AG vom Kurszettel der Börse verschwinden.

308,8 MILLIONEN EURO

Insgesamt wird mit dem Angebot das Medienunternehmen, zudem neben den Sendern Viva und Viva Plus auch die TV-Produktionsfirma Brainpool gehört, insgesamt 308,8 Millionen zahlen. "Das Angebot ist fair und liegt deutlich über den langfristigen Analysten-Prognosen für die Aktie", sagte der Vizepräsident von MTV Networks Europe, Simon Guild. Kartellrechtliche Probleme sehe er nicht. Arbeitsplätze seien nicht gefährdet. Die Neustrukturierung der Sender biete für die Mitarbeiter vielfältige Möglichkeiten, sagte die Geschäftsführerin von MTV Central & Emerging Marktes, Catherine Mühlemann. Auch die Standorte Berlin (MTV) und Köln (Viva) sollen erhalten bleibe.

Nach Aussage von Mühlemann, die zusammen mit Viva-Chef Dieter Gorny die zusammengeführten Geschäfte leiten soll, bietet die Verschmelzung "nur Vorteile für alle Parteien". Das größte Pfund sieht die Managerin in der größeren Programm-Vielfalt. Mehr Genres könnten abgedeckt und mehr Zielgruppen erreicht werden. Davon dürften sowohl Musik- als auch die Werbeindustrie profitieren. Auch der Zuschauer kriege "statt Einheitsbrei Vielfalt". Platz gebe es auf dem deutschen Markt für zwei bis drei Musikkanäle, so Mühlemann weiter. Durch die Zusammenlegung von Viva und MTV kommt das verschmolzene Unternehmen allerdings auf vier. In den kommenden Wochen sollen die Gespräche über die Gestaltung und die Integration beginnen.

GESPRÄCHE ÜBER POSITIONIERUNG

In den USA gebe es bei MTV neben den Musikkanälen auch Kanäle in denen Kinderprogramme oder Comedy-Inhalte Platz fänden. Erst vor kurzem hatte MTV zudem die Gründung eines eigenen Senders für Schwule und Lesben angekündigt. "Es gibt viele Ideen, aber wir werden nicht einfach nur ein Produkt importieren, sondern eine neue lokale Marke schaffen", sagte Mühlemann. Die Sender sollten unverwechselbar und komplementär zu einander sein. An Brainpool TV werde festgehalten. "Brainpool ist ein Riesen-Asset und wird Teil des Unternehmens sein." Die Firma produziert unter anderem Stefan Raab und Anke Engelke.

Weitere Übernahmen stehen nach Aussage MTV Networks vorerst nicht auf dem Programm. "Wir fokussieren uns voll auf Deutschland", sagte der Präsident von MTV Networks International, Bill Rhoedy. Priorität habe das organische Wachstum.

Der Kölner Musiksender Viva hatte erst vor kurzem sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Der Sender erreicht täglich rund 5,2 Millionen Zuschauer, von denen drei Viertel zwischen 14 und 29 Jahre alt sind. 2003 schrieb, das Unternehmen, das 600 Mitarbeiter beschäftigt, Verluste von 42 Millionen Euro. Viacom ist gemessen am Umsatz die Nummer drei in der Welt nach AOL Time Warner < TWX.NYS > < AOL.FSE > und Walt Disney. Der Konzern, dem auch die Fernsehgesellschaften CBS und UPN, zahlreiche Radiostationen sowie das Filmstudio Paramount Pictures gehören, setzte im vergangenen Jahr 26,6 Milliarden Dollar um.

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