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Roundup2: Vossloh fürchtet Jobkürzungen wegen Bahn-Absage - Prognose bestätigt

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh hat im dritten Quartal besser abgeschnitten als von Experten erwartet und die Prognosen für 2004 bestätigt.

dpa-afx WERDOHL. Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh hat im dritten Quartal besser abgeschnitten als von Experten erwartet und die Prognosen für 2004 bestätigt. Gleichzeitig schloss der Konzern am Dienstag nach Bekanntwerden eines Stopps von Ausschreibungsplänen der Deutschen Bahn für Lokomotiven Stellenkürzungen im Kieler Werk nicht aus. Nach einem festen Start wechselte der Aktienkurs ins Minus.

Finanzvorstand Werner Andree sagte der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX, in der laufenden Planungsrunde wolle man sich ein Bild davon machen, wie viele Kapazitäten künftig im Schnitt gebraucht würden. "Bei einem Überschuss müssen die Kapazitäten angepasst werden." Zuvor hatte die Deutsche Bahn mitgeteilt, die geplante Ausschreibung für einen milliardenschweren Auftrag über die Bestellung von mehr als 400 Lokomotiven sei zurückgestellt worden und in der Form nicht mehr vorgesehen. Vossloh hatte mit der Ausschreibung in diesem Herbst gerechnet, nachdem sie bereits einmal verschoben worden war.

Prognose FÜR 2004 Bestätigt - Aktie IM Minus

"Wir hätten den Auftrag gerne gehabt", sagte Andree. Auf die Umsätze des laufenden oder des kommenden Jahres habe die Bahn-Absage aber keinen Einfluss. Ein entsprechender Auftrag hätte sich nach Angaben des Finanzchefs erst auf die Umsätze in 2007 ausgewirkt. Die aktuelle Investitionszurückhaltung der Bahn sei allerdings bedenklich, sagte er. Bis 16.40 Uhr verlor die Vossloh-Aktie 0,06 Prozent auf 31,83 Euro. Der MDax notierte 0,29 Prozent im Plus bei 4 988,16 Punkten.

Der Konzern bestätigte die Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr und entzog damit Gerüchten über eine mögliche Gewinnwarnung wegen der niedrigeren Investitionen der Bahn die Grundlage. Für das laufende Jahr gehe man nach wie vor von einem Gesamtjahresumsatz in Höhe von 920 Mill. Euro aus. Beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) wird wie bislang ein Gewinnanstieg um fünf Prozent auf 106 Mill. Euro erwartet. Der Überschuss soll 56,9 Mill. Euro erreichen. Die Planungen für das kommende Jahr will Vossloh im Dezember bekannt geben.

Im dritten Quartal verzeichnete der Eisenbahnbauer bei rückläufigen Umsätzen einen höheren Gewinn und übertraf damit die Erwartungen der Analysten. Das Ebit kletterte von 23 auf 31,5 Mill. Euro. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten im Schnitt mit 27,4 Mill. Euro gerechnet. Der Überschuss stieg von 12,2 auf 18,2 Mill. Euro. Der Umsatz sank den Angaben nach von 243,4 auf 235,5 Mill. Euro. Der Auftragsbestand lag zum 30. September 2004 mit 954 Mill. Euro um 2,9 Prozent über dem Auftragsbestand zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Kauf VON Alstom-Werk VOR Abschluss

Der Konzern setze weiterhin auf Akquisitionen und wolle sein Produktportfolio durch weitere Unternehmenskäufe oder-beteiligungen abrunden, sagte Vorstandschef Burkhard Schuchmann. Der Kauf des Diesellokomotiven-Werks von Alstom in Spanien stehe kurz vor dem Abschluss. "Mit der Unterzeichnung eines Kaufvertrags rechnen wir in Kürze." Über die Verhandlungen hatte der Konzern Mitte September informiert.

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