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Roundup3: Hurrikan 'Charley' kostet Münchener Rück und Allianz Millionen

Nach dem verheerenden Hurrikan "Charley" in den USA kommt auf die internationale Versicherungsbranche nach Schätzungen der Münchener Rück ein Gesamtschaden von sieben bis 14 Mrd. $ zu. Der weltgrößte Rückversicherer selbst wird Kosten im "niedrigen dreistelligen Euro-Millionenbereich" haben, sagte ein Sprecher am Montag in München. Noch offen sei, ob der zweitschlimmste Sturm in der US-Geschichte die Gewinnerwartung der Münchener Rück belasten könnte. "Das kann man im Detail noch nicht sagen. Prinzipiell sind wir aber auf so ein Ereignis vorbereitet." Den Schaden für die US-Volkswirtschaft bezifferte das Unternehmen auf etwa 20 Mrd. $.

dpa-afx MIAMI/FRANKFURT. Nach dem verheerenden Hurrikan "Charley" in den USA kommt auf die internationale Versicherungsbranche nach Schätzungen der Münchener Rück ein Gesamtschaden von sieben bis 14 Mrd. $ zu. Der weltgrößte Rückversicherer selbst wird Kosten im "niedrigen dreistelligen Euro-Millionenbereich" haben, sagte ein Sprecher am Montag in München. Noch offen sei, ob der zweitschlimmste Sturm in der US-Geschichte die Gewinnerwartung der Münchener Rück belasten könnte. "Das kann man im Detail noch nicht sagen. Prinzipiell sind wir aber auf so ein Ereignis vorbereitet." Den Schaden für die US-Volkswirtschaft bezifferte das Unternehmen auf etwa 20 Mrd. $.

Deutlich schwächer wird sich nach ersten Schätzungen 'Charley' bei der Allianz auswirken. Das Unternehmen erwartet finanzielle Belastungen maximal in mittlerer zweistelliger Millionenhöhe, sagte Allianz-Vorstandsmitglied Helmut Perlet am Montag in einer Telefonkonferenz auf Basis einer ersten Prüfung des konzerneigenen US-Sachversicherers Fireman's Fund.

LRP: 'Charley' Könnte ZU Gewinnminus Führen

Am Wochenende hatte "Charley", der verheerendste Sturm seit 1992, im Südosten der USA gewütet. Die Landesbank Rheinland-Pfalz LRP schloss in einer ersten Analyse sinkende Gewinnschätzungen bei Münchener Rück, Hannover Rück und Swiss Re nicht aus.

Ein Händler in Frankfurt meinte, es dränge sich ein Vergleich mit dem Hurrikan "Andrew" im Jahre 1992 auf. Damals wurden in Louisiana und Florida Schäden von schätzungsweise 30 Mrd. $ angerichtet. Das schüre nun Ängste über vergleichbare Belastungen für die wichtigen Rückversicherer, selbst wenn erste Schätzungen von einem geringeren Schaden bei "Charley" ausgingen.

Auch bei der Hannover Rück rechneten am Montag die Experten. Ein Frankfurter Analyst meinte, "Charley" könnte den Konzern bis zu 10 % des erwarteten Jahresgewinns von 430 Mill. ? kosten. Der vergleichbare Hurrikan "Andrew" habe 1992 zu Kosten von 60 Mill. ? geführt. Eine Unternehmenssprecherin sagte, erste Schätzungen könnten am Montagnachmittag vorliegen.

Die Swiss Re wollte auf Anfrage die Auswirkungen von "Charley" nicht kommentieren. "Falls es notwendig wird, werden wir den Markt informieren", sagte ein Sprecher der Schweizerischen Rückversicherungs-Gesellschaft.

Prognoseunsicherheit

Die Landesbank Rheinland-Pfalz LRP sprach am Montag von einer "großen Prognoseunsicherheit". Die versicherten Schäden dürften sich auf fünf Mrd. bis zehn Mrd. $ belaufen. "Kürzungen bei den Gewinnschätzungen für 2004 schließen wir nicht aus", schrieb Analyst Jochen Schmitt am Montag. "Allerdings könnte das Prämienniveau am Rückversicherungsmarkt aufgrund dieser Katastrophe weiter hoch bleiben beziehungsweise in einzelnen Bereichen sogar steigen." Die LRP bewerte die Aktien der drei Rückversicherer weiter mit "Outperformer".

US-Experten: Schäden Könnten Über 20 MRD Dollar Liegen

"Grundsätzlich sind unsere Gewinnschätzungen bei der Hannover Rück und der Münchener Rück insofern mit Vorsicht versehen, da wir angesichts einer möglichen Zunahme von Naturkatastrophen im zweiten Halbjahr unsere Annahmen konservativ gewählt haben", schrieb Schmitt. "Ob allerdings der Hurrikan Charley diesen Puffer nicht bereits mehr als ausreizt, können wir ad hoc zumindest nicht ausschließen." Bei der Swiss Re falle eine erste Einschätzung möglicher Folgen auf die Gewinnsituation 2004 schwer, da die Schweizer noch keinen Halbjahresbericht vorgelegt hätten.

US-Wirtschaftsanalysten erklärten, die Gesamtschäden in Florida könnten sehr wohl mehr als 20 Mrd. $ (rund 16,2 Mrd. ?) betragen. Selten zuvor sei ein Hurrikan mit andauernder Stärke durch ein derart großes Gebiet gerast, zitierte die "New York Times" Karen Clark von AIR Worldwide, einer Bostoner Firma für Schadensschätzung.

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