Roxio will Musiktauschbörse neu starten
Napster soll wiederbelebt werden

Wie Phönix aus der Asche will der US-Softwarekonzern Roxio noch in diesem Jahr die einst hoch populäre und später bankrotte Online-Musiktauschbörse Napster wieder auferstehen lassen.

Reuters NEW YORK. Als Angstgegner der Musikbranche hatte Napster in ihren Glanzzeiten im Jahr 2000 rund 60 Millionen Nutzer, die gratis Musiktitel über das Internet suchen und austauschen konnten. Doch dann verklagten die fünf größten Plattenkonzerne das Unternehmen erfolgreich auf Urheberrechtsbruch.

"Wir wollen den Dienst vor Jahresende starten", sagte Roxio-Sprecherin Kathryn Kelly der Nachrichtenagentur Reuters. "Aber wir werden nicht loslegen, bevor wir es nicht als legales Angebot einrichten können." Zur Zeit spreche man mit den fünf größten Musikkonzernen - Universal Music von Vivendi Universal, Sony Music, AOL Time Warners Warner Music Group, Bertelsmann und EMI Group - über die Lizenzierung der Musik, fügte Kelly hinzu. Die Konzerne machen kostenlose Tauschangebote im Internet für einen deutlichen Rückgang ihrer Plattenverkaufszahlen verantwortlich.

Roxio will den Dienst mit einer monatlichen Abo-Gebühr und einer Gebühr je geladenem Musikstück anbieten. Napster-Gründer Shawn Fanning arbeite dazu beratend für das im kalifornischen Santa Clara ansässige Unternehmen.

Roxio startet nicht als erstes Unternehmen den Versuch eines legalen Musiktauschs. Bertelsmann überraschte im Oktober 2000 die Konkurrenten, als der Konzern ankündigte, in Napster zu investieren, um deren Angebot in einen rechtmäßigen Dienst mit Abopreisen umzuwandeln. Gleichzeitig gehörte allerdings die Bertelsmann-Musiksparte BMG zu den Klägern gegen Napster.

Napsters Geldquellen versiegten jedoch, bevor das Unternehmen einen kostenpflichtigen Dienst auf den Markt bringen konnte. Im September 2002 blockierte das Konkursgericht ein Kaufangebot von Bertelsmann für die verbliebenen Vermögenswerte von Napster. Diese wurden später von Roxio übernommen, wobei der US-Softwarekonzern laut Vertrag mit dem Konkursgericht von alten Klagen gegen Napster unbehelligt bleibt.

Vergangene Woche verklagten dann Musikverleger Bertelsmann auf 17 Milliarden Dollar Schadenersatz mit dem Argument, nur die Finanzmittel des Gütersloher Konzerns hätten es Napster ermöglicht, weiter Urheberrechte zu verletzen.

Nach Napster blühten mehrere Internet-Tauschbörsen wie "Kazaa" auf, die sich auch im Rechtsstreit mit den Musikkonzernen befindet. Auch die Plattenfirmen bauen kostenpflichtige und lizenzrechtlich unbedenkliche Internet-Angebote auf. Die von den Konzernen unterstützten Online-Musikanbieter Pressplay und MusicNet sind aber bislang nur für US-Einwohner nutzbar und haben es schwer, am Markt Fuß zu fassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%