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Royal Dutch Shell legt Teilkonzerne zusammen - Gewinn verdoppelt

Der Ölkonzern Royal Dutch Shell bekommt eine neue Struktur: Die beiden Teil-Konzerne werden in eine rechtliche Einheit zusammengelegt und bekommen einen gemeinsamen Vorstand. Mit dieser Nachricht überraschte die Gruppe am Donnerstag die Märkte.

dpa-afx LONDON. Der Ölkonzern Royal Dutch Shell bekommt eine neue Struktur: Die beiden Teil-Konzerne werden in eine rechtliche Einheit zusammengelegt und bekommen einen gemeinsamen Vorstand. Mit dieser Nachricht überraschte die Gruppe am Donnerstag die Märkte. Die Zahlen für das dritte Quartal, in dem die Gruppe unter anderem wegen gestiegener Gas- und Ölpreise seinen Gewinn mehr als verdoppelte, rückten dabei in den Hintergrund. Gleichzeitig kündigte der Konzern eine erneute Korrektur der Ölreserven an.

Die Aktie legte kräftig zu und kletterte zwischenzeitlich an die Spitze von Ftse und AEX. In London lag der Kurs gegen 16.30 Uhr 2,36 Prozent im Plus bei 433,75 Pence. In Amsterdam gewannen die Papiere 0,78 Prozent auf 42,62 Euro.

Der Konzern kündigte "aufrichtige Reformen" bei der Management- und Governance-Struktur an. Für mehr Transparenz und Übersichtlichkeit solle es künftig nur noch ein an der Börse gelistetes Unternehmen mit einem Vorstand, einem Chairman und einem Vorstandschef geben. Der neu gebildete Mutterkonzern wird unter dem Namen "Royal Dutch Shell" geführt. Der bisherige Royal Dutch Shell-Chef Jeroen van der Veer übernimmt die Führung des Konzerns (CEO).

Ölreserven Nach Unten Korrigiert

Das Unternehmen werde in Großbritannien eingetragen, der Haupt- und Steuersitz soll aber in den Niederlanden sein. Der Umzug in die Niederlanden werde keine Stellenkürzungen in Großbritannien zur Folge haben, versicherte Shell-Chairman Lord Kerr. Gemäß der Besitzverhältnisse an der Gruppe werden den Aktionären von Royal Dutch 60 Prozent der ausgegebenen Aktien angeboten, den Shell-Aktionären werden 40 Prozent angeboten.

Der Konzern kündigte an, dass die geschätzten Ölreserven weiter nach unten korrigiert werden müssten. Dabei handele es sich voraussichtlich um rund 900 Mill. Barrel Öl-Äquivalent. Die Prüfungen seien aber noch in einem frühen Stadium. Anfang des Jahres hatte der Konzern die Bewertung seiner Ölreserven bereits in fünf Schritten um insgesamt 25 Prozent nach unten korrigiert und muss deswegen eine Strafe an die britische Finanzaufsichtsbehörde FSA. zahlen Kürzlich hatte Shell beteuert, es werde keine weiteren Anpassungen geben.

Quartalsergebnis

Im dritten Quartal konnte Royal Dutch Shell seinen Gewinn mehr als verdoppeln. Der Überschuss stieg von 2,453 auf 5,397 Mrd. Dollar. Der operative Ertrag legte von 4,286 auf 8,494 Mrd. Dollar zu. Der bereinigte Gewinn zu Wareneinstandskosten legte von 2,593 auf 4,407 Mrd. Dollar zu und lag damit im Rahmen der Analystenerwartungen. Royal Dutch Shell führte den Gewinnanstieg auf höhere Rohstoffpreise, Zuwächse in der Verarbeitung und dem Vertrieb von Ölprodukten und Chemikalien sowie auf Verkäufe einiger Kohlenwasserstoff-Aktivitäten zurück.

Beim Gruppenumsatz verbuchte Royal Dutch Shell in den ersten neun Monaten ein Plus von 35 Prozent auf 89,461 Mrd. Dollar. Im Gesamtjahr will die Gruppe weiterhin 3,7 bis 3,8 Mill. Barrel pro Tag produzieren. Hingegen wurden die geschätzten Investitionen auf rund 14 Mill. Dollar gesenkt. Den Aktionären soll eine Dividende mindestens in Höhe der Inflation gezahlt werden. Nach der Umstrukturierung werden die Dividenden künftig quartalsweise gezahlt. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (return on capital employed - Roace) erreichte in den ersten Monaten 17,4 Prozent nach 15,6 Prozent zuvor.

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