Royals bleiben im Gespräch
Hundebisse: Prinzessin Anne bekennt sich schuldig

Die Negativ-Schlagzeilen für das britische Königshaus reißen nicht ab: Nach den skandalträchtigen Enthüllungen des Ex-Butlers Paul Burrell ist Prinzessin Anne (52), die Tochter von Königin Elizabeth II. (76), nun wegen wegen eines Angriffs ihres Hundes auf zwei Kinder verurteilt worden und damit vorbestraft.

HB/dpa LONDON. Ein Gericht verurteilte Anne am Donnerstag zu einer Geldstrafe von 500 Pfund (800 Euro) und zu 250 Pfund (400 Euro) Schadensersatz. Außerdem muss sie die Kosten des Verfahrens in Höhe von 148 Pfund (237 Euro) tragen.

Die Eltern der Kinder kritisierten das Urteil als völlig unzureichend: "Der Hund ist noch immer frei und eine Gefahr für die Gesellschaft." Die britischen Medien verwiesen darauf, dass seit über 350 Jahren kein Royal mehr verurteilt worden ist. Zuletzt war 1649 König Karl I. des Hochverrats für schuldig befunden und geköpft worden.

Vor einem Gericht in Slough westlich von London, wo sich normalerweise Einbrecher und Drogendealer verantworten müssen, bekannte sich Anne schuldig, dass ihr Bullterrier Dotty am 1. April im Park von Windsor zwei Kinder angegriffen hatte. Die beiden Jungen im Alter von 7 und 12 Jahren waren von dem Hund vom Fahrrad gerissen worden. Dem 12-Jährigen biss er ins Bein und in die Schulter. Beide Kinder wurden anschließend im Krankenhaus behandelt. Nach Angaben ihrer Eltern haben sie noch immer Albträume und außerdem Angst, allein nach draußen zu gehen. "Unsere Kinder hatten reines Glück, dass sie keine schweren Verletzungen davongetragen haben", teilten die Eltern mit.

Anne erschien mit ihrem Mann Tim Laurence (47) und ihren beiden erwachsenen Kindern aus erster Ehe, Peter (25) und Zara (21) Phillips. Das Gericht rief sie als "Anne Elizabeth Alica Laurence" auf und bat sie, sich zu erheben. Die Richterin Penelope Hewitt sagte, dass die Kinder durch die Attacke "erheblich" gelitten hätten. Anne müsse den Hund künftig immer anleinen. Er werde aber vorerst nicht eingeschläfert. Der Hundepsychologe Roger Mugford, der auch schon die Corgis der Queen "therapiert" hat, hatte zuvor ausgesagt, Dotty sei ein "ganz lieber, verspielter Hund". Annes Anwalt sagte, Dotty sei einfach "wie ein großer Welpe".

Es war das erste Mal seit über 100 Jahren, dass ein Mitglied der Königsfamilie vor Gericht erscheinen musste. Zuletzt hatte 1891 der damalige Kronprinz Bertie und spätere König Edward VII. als Entlastungszeuge für seinen Freund Sir William Gordon-Cumming ausgesagt, der beim Baccarat-Spielen geschummelt haben sollte.

Anne ist eines der weniger beliebten Mitglieder der Königsfamilie. Die britische Presse wirft ihr einen "starken Hannoveraner Einschlag" vor, ein gehöriges Maß an Kaltschnäuzigkeit. Der Literaturkritiker Auberon Waugh beschrieb sie einmal als eine Frau, "deren giftiger Speichel einen Pressefotografen lebenslang erblinden lassen kann". Allerdings bezweifelt niemand, dass sie fleißig ist: Sie nimmt nach der Königin die meisten Termine wahr.

Mit ihren Hunden haben die Royals schon seit längerem Probleme. So fielen die Corgis der Queen 1994 auf dem Flughafen Heathrow über einen Deutschen Schäferhund her. Lakaien, Butlern, Stallmeistern, Polizisten, Leibwächtern und Briefträgern haben sie schon ins Bein gebissen und die Queen selbst in die Hand. Dennoch werden sie nach Strich und Faden verwöhnt. Zum Schutz gegen scharfe Kiesel tragen sie manchmal Gummischuhe, und ihre Mahlzeiten werden auf einem Silbertablett aufgetragen.

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