Royals verärgert
Sicherheitspanne bei Prinz Williams Geburtstagsfeier

Die größte Panne beim Schutz der britischen Royals seit 20 Jahren hat den Königshof schwer verärgert. Ein als Osama bin Laden verkleideter Komiker war am Samstagabend zu Prinz Williams Geburtstagsparty auf Schloss Windsor vorgedrungen und hatte das Mikrofon an sich gerissen.

HB/dpa LONDON. Sicherheitsexperten bezeichneten dies am Montag als den schwersten Zwischenfall, seit sich 1982 der arbeitslose Michael Fagan auf die Bettkante der Queen gesetzt hatte. Im Buckingham-Palast sei man "rasend vor Zorn", berichteten die "Times" und andere Zeitungen. Premierminister Tony Blair will sich angeblich persönlich bei Königin Elizabeth entschuldigen. Innenminister David Blunkett hatte für diesen Montag einen Rechenschaftsbericht bei Scotland Yard bestellt.

"Williams Wut" und "Wie konnte er Wills so nahe kommen?" hießen am Montag die Schlagzeilen am Zeitungskiosk. Der "Daily Mirror" titelte: "Wenn er ein Terrorist gewesen wäre, hätte er die königliche Familie ausgelöscht - und dann wäre jetzt Edward IX. König." Prinz Edward, der jüngste Sohn der Queen, war als einziger Royal nicht bei der Party gewesen, weil er sich zu einem offiziellen Besuch in Kanada aufhält. Er ist das unbeliebteste Mitglied der Königsfamilie.

Der mittlerweile wieder freigelassene Komiker Aaron Barschak (36) aus London berichtete am Montag, es sei "unglaublich einfach" gewesen, sich unter die Gäste der Kostümparty zu mischen und mitten unter die Royals zu gelangen. "Die königliche Sicherheit ist nicht das, wofür ich sie gehalten habe", sagte er. Barschaks 72-jähriger Vater versicherte, sein Sohn sei keineswegs ein Anti-Monarchist, sondern ein Bewunderer vor allem von Prinz Charles. Er habe nur bekannt werden wollen. Bisher hatte er ein eher kümmerliches Dasein mit Kneipen-Auftritten gefristet. Der Prominenten-Manager Max Clifford sagte, Barschaks Zukunft sei nun wohl gesichert: "Er steht mit einem Schlag auf allen Titelseiten."

1982 hatte der damalige Innenminister Willie Whitelaw seinen Rücktritt angeboten, nachdem ein gewisser Michael Fagan bis ins Schlafgemach der Queen gelangt war. Die Herrscherin und ihr Untertan sollen damals eine halbe Stunde miteinander geplaudert haben. Der Chef der Scotland Yard-Einheit für den Schutz der Royals musste anschließend zurücktreten, und die Sicherheitsmaßnahmen wurden verstärkt. Dennoch kam es immer wieder zu Zwischenfällen. 1994 etwa landete ein nackter Fallschirmspringer auf dem Dach des Buckingham- Palastes. Im vergangenen Jahr klopfte ein Eindringling an die Schlafzimmertür von Prinzessin Anne, um sie nach dem Weg zum Bahnhof Victoria zu fragen.

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