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RTL Group streicht Führungspositionen

30 von 130 leitenden Angestellten in der Luxemburger Zentrale müssen gehen, erklärte die Fensehgruppe. Vertretungsbüros werden geschlossen.

rtr HAMBURG. Die zu Bertelsmann gehörende Fernsehgruppe RTL streicht in ihrer Luxemburger Zentrale 30 von 130 Führungspositionen. Betroffen seien auf der Konzernebene vor allem leitende Angestellte in den Bereichen Finanzen, Recht und Kommunikation, sagte RTL-Sprecher Markus Payer am Mittwoch. Zudem würden die Vertretungsbüros der RTL-Group-Zentrale in London, Hamburg und Genf geschlossen. Nur in Köln bleibe noch eine "kleine Filiale" des Luxemburger Headquarters bestehen. Wegen des angeschlagenen Werbemarktes musste Europas größte Sendergruppe Anfang Dezember ihre Ergebnisprognose zum vierten Mal senken.

Mit dem Ziel der Kostensenkung und Effizienzsteigerung seien die einzelnen Funktionen in der Zentrale des Konzerns überprüft worden, sagte Payer weiter. Die Einsparungen aus dem nun angelaufenen Stellanabbau könnten aber noch nicht beziffert werden. In den Büros der Konzernzentrale in London, Hamburg und Genf seien "nicht viele" Mitarbeiter beschäftigt, von denen die meisten zu den in den jeweiligen Ländern ansässigen Tochterunternehmen wechselten. Der angelaufene Stellenabbau betreffe nur die Zentrale und deren Operationen, nicht aber die Tochterunternehmen in den einzelnen Ländern selbst.

Ob es auch in den Tochterunternehmen noch zu einem Stellenabbau kommen wird, ist Payer zufolge offen. Nur bei dem Flaggschiff des Konzerns, der RTL Television in Köln, seien Stellenstreichungen "derzeit kein Thema". Payer bestätigte damit und mit der Zahl der zu streichenden Führungspositionen einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Bei der RTL Group sind Payer zufolge europaweit 7000 Festangestellte und 4000 Mitarbeiter mit Zeitverträgen bei 24 TV- und 17 Radiosendern beschäftigt.

Der Konzern rechnet nach Angaben von Anfang Dezember in diesem Jahr mit einem Rückgang des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Amortisation (Ebita) vor Restrukturierungs- und Investitionskosten von 35 bis 40 % im Vergleich zum Proforma-Ebita von 555 Mill. ? des Vorjahres. RTL hatte schon im September mitgeteilt, das Ebita könne noch deutlicher sinken als der im Juli angekündigte Rückgang um zehn bis 15 %. Erstmals hatte RTL im März darauf hingewiesen, in diesem Jahr mit unveränderten Gewinnen zu rechnen.

Die RTL Group gehört zu 67 % Bertelsmann und zu 22 % dem britischen Medienkonzern Pearson. 10,3 % der Anteile sind im Streubesitz, und 0,7 % hält die RTL Group als eigene Aktien. RTL-Papiere notierten am Mittwoch in Brüssel 2,91 % im Minus bei 40 ?.

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