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RTL Group und Kirch behaupten Marktstellung

Die Medienkonzerne RTL Group und Kirch haben nach Beurteilung einer Expertenkommission in Deutschland ihre Marktstellung als bedeutendste Wettbewerber im Fernsehbereich neben ARD und ZDF behauptet.

rtr DÜSSELDORF. Die Medienkonzerne RTL Group und Kirch haben nach Beurteilung einer Expertenkommission in Deutschland ihre Marktstellung als bedeutendste Wettbewerber im Fernsehbereich neben ARD und ZDF behauptet. Die beiden Konzerne versuchten gleichzeitig, ihre schon dominante Position im Fernsehgeschäft auch auf das Internet zu übertragen, sagte der Chef der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK), Ernst-Joachim Mestmäcker, am Dienstag in Düsseldorf. "Die wettbewerbsrechtlich wichtige Schwelle von 30 Prozent Zuschaueranteil haben die Konzerne zwischen 1997 und 1999 nicht erreicht, aber es hat sich einiges getan", sagte der KEK-Chef.

In der neuen KEK-Studie heißt es weiter, die Verflechtung zwischen TV-Sendern und verwandten Märkten habe "problematische Ausmaße" erreicht. Mestmäcker nannte ausdrücklich das lokale Fernsehen in Ballungsräumen und das Internet. Die Münchner Kirch-Gruppe und der inzwischen in der börsennotierten RTL Group aufgegangene CLT-Ufa-Konzern lägen in der Zuschauerstatistik mit großem Abstand vorne und beherrschten die Werbemärkte, notierte die KEK in dem 450 Seiten starken Bericht weiter. Die zum Bertelsmann-Konzern gehörende RTL Group war im Sommer des Jahres aus dem Zusammenschluss der Bertelsmann-Tochter CLT-Ufa mit dem Fernsehgeschäft der britischen Pearson-Gruppe und der belgischen Audiofina hervorgegangen.

Kirch und die RTL Group hätten aufgrund ihrer Zuschauerzahlen einen erheblichen Meinungseinfluss im bundesweiten Fernsehen, stellte die KEK fest. "Das innere Wachstum dieser Gruppen wird in Zukunft das ma0gebliche Problem vorherrschender Meinungsmacht sein", sagte der KEK-Chef voraus. Zudem hätten sich die Hoffnungen von einer dritten Kraft rund um den TV-Sender TM3 nicht erfüllt.

Zu Jahresbeginn 2000 gab es den Angaben zufolge 46 Fernsehprogramme mit bundesweiter Lizenz und eine immer größer werdende Zahl von Bezahl-Fernsehprogrammen, die bislang vollständig über die von Kirch angebotene Plattform Premiere World verbreitet würden. Diese Konstellation bewertete der KEK-Chef mit den Worten: "Der Fernsehmarkt in Deutschland ist hoch konzentriert." Lediglich die Programmangebote der öffentlich-rechtlichen Anstalten seien derzeit in der Lage, den Einfluss der beiden privaten Konzerne einzugrenzen. Dies gelte aber nur für die Zuschauerresonanz, nicht für den Werbemarktanteilt. Derzeit könne von einer gleichgewichtigen Verteilung der Zuschaueranteile auf die öffentlich-rechtlichen Programmanbieter und die beiden Anbieter Kirch und RTL Group gesprochen werden, heißt es in dem KEK-Bericht.

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