Rubens Barrichello siegt vor Schumacher
Mit ein bisschen Spaß zum Team-Titel

Nach dem Rennen von Budapest ist es amtlich: BMW-Williams und McLaren-Mercedes können Ferrari in der Konstrukteurs-WM nicht mehr einholen. Mit einem Doppelsieg sicherten sich die Italiener den zwölften Team-Titel.

HB/dpa BUDAPEST. Wieder eine Entscheidung weniger, die den Rest der Formel-1-Jahres noch spannend machen könnte. Dank eines Doppelschlages von Rubens Barrichello und Michael Schumacher - dem sechsten in dieser Saison - sicherte sich Ferrari gestern beim Großen Preis von Ungarn vorzeitig auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft. "Ein toller Tag für uns alle, alles hat gepasst", jubelte der siegreiche Brasilianer: "Wir hatten die besten Autos und wollten den Doppelsieg nach Hause fahren." Schumacher, der sich in den letzten Runden auffallend zurückgehalten hatte, gab Spekulationen über eine Stallorder neue Nahrung: "Ich wollte gar nicht überholen, auch wenn es vielleicht so aussah", erklärte der Kerpener. "Ich wollte nur ein bisschen Spaß haben."

Die beiden Verfolger Williams-BMW (80 Punkte) und McLaren-Mercedes (54) können die Italiener (157) in den ausstehenden vier Rennen nicht mehr einholen. Seit 1961 holten die "Roten" aus Maranello damit insgesamt zwölfmal den Team-Titel, so oft wie kein anderer Rennstall. Bei Williams stehen neun, bei McLaren acht Konstrukteurs-Siege in der Bilanz.

Barrichellos Sieg

In der Ferrari-Box feierte die Crew Barrichello für seinen dritten Sieg im 158. Rennen. Der 30-Jährige kam nach 77 Runden und gut 306 Kilometern auf dem Hungaroring mit weniger als einer halben Sekunde Vorsprung vor seinem Teamkollegen ins Ziel und erhöhte damit seine Chancen, Vizeweltmeister in der Fahrerwertung zu werden. Hier rangiert der Brasilianer jetzt mit 45 Punkten auf Platz zwei hinter dem vorzeitigen Weltmeister (112 Zähler).

Als Dritter der Hitze- und Reifenschlacht konnte Williams-BMW-Pilot Ralf Schumacher im Gesamtklassement seinen dritten Rang, den er sich mit seinem punktgleichen Teamkollegen Juan Pablo Montoya (beide 40 Zähler) teilt, behaupten. Der Heißsporn aus Kolumbien musste dagegen im Vierkampf um den Vize-Titel einen herben Rückschlag einstecken: Bei einem Überholmanöver des Finnen Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) wurde der Südamerikaner abgedrängt und fiel nach einem außerplanmäßigen Boxenstopp zunächst auf den 18. Platz zurück. Am Ende wurde er noch Elfter. Die Silberpfeile von McLaren-Mercedes holten durch den finnischen Jungstar Räikkönen (4.) und den Schotten David Coulthard (5.) fünf Punkte. Der Brite kann trotz der mageren Ausbeute mit nunmehr 34 Punkten weiter vom zweiten WM-Platz träumen. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld im Sauber landete diesmal auf Rang neun.

Das Jordan-Team konnte sich zwar über den sechsten Platz von Giancarlo Fisichella freuen, nicht aber über die Ankündigung von Honda, im nächsten Jahr nur noch das BAR-Team mit Motoren beliefern zu wollen. Zuvor hatte Jaguar-Sportchef Niki Lauda seinem Kollegen Eddie Jordan allerdings schon die Triebwerke von Ford-Cosworth angeboten.

Ein heißes Rennen bot sich den 80 000 Zuschauer gestern nicht - trotz Temperaturen von 30 Grad im Schatten. Zu klar war die Dominanz der beiden einsamen roten Renner an der Spitze. Der spätere Sieger raste los wie die Feuerwehr und ließ sich die sechste Pole-Position seiner Karriere bis zum Ziel nicht streitig machen.

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