Rudern Olympia
Einer-Meister Hacker verpasst das Finale

Das Finale im Einer findet bei den Olympischen Spielen in Peking ohne Marcel Hacker statt. Der deutsche Meister landete im Halbfinale nur auf dem vierten Rang und schied aus.

Den deutschen Ruderern steht das Wasser bis zum Hals: Keine 24 Stunden nach dem Untergang des einst so ruhmreichen Deutschland-Achters musste auch Modellathlet Marcel Hacker die Segel streichen. Mehr als drei Sekunden fehlten dem mit großen Hoffnungen gestarteten Frankfurter letztlich zum Einzug in das Einer-Finale bei den Olympischen Spielen in Peking. Wenn es am Samstag um Gold geht, hat Hacker nur noch einen Auftritt im Vorprogramm. Und die Wellen schlagen immer höher, so forderte der frühere Achter-Ruderer Jörg Dießner den Rücktritt der Verbandsspitze.

Nach dem Aus war Hacker ein Häufchen Elend. Zusammengesunken saß der 1,96m große deutsche Meister im Einer, starrte fassunglos aufs Wasser und schüttelte immer wieder den Kopf. Wie vor vier Jahren in Athen scheiterte der Frankfurter auch in Peking beim Angriff auf die Skiff-Krone bereits im Halbfinale.

"Bis zum Schluss gefightet"

"Ich habe bis zum Schluss gefightet, es hat nicht gereicht. Jetzt muss ich erstmal mit meinem Trainer analysieren, woran es gelegen hat", sagte Hacker, den auch ein freundschaftlicher Klaps seines Kontrahenten Lassi Karonen nicht aufheiterte. Hinter dem Schweden, Olympiasieger Olaf Tufte (Norwegen) und dem belgischen Außenseiter Tim Maeyens war der 31-Jährige nur auf Platz vier gelandet.

Im Halbfinale fehlte dem Olympia-Dritten von 2000 die Kraft, das "Konzept Hacker" ist damit in Frage gestellt. Losgelöst vom Rest der Mannschaft absolviert Hacker mit Coach Andreas Maul eigene Trainingslager. Schon nach Platz fünf bei der Heim-WM 2007 in München war Kritik aufgekommen.

Zu seinen Zukunftsplänen wollte Hacker sich nach dem Rennen nicht äußern. Im sid-Interview einen Tag vor der Eröffnungsfeier hatte er angekündigt, dass er bis zu den Spielen 2012 in London weitermachen wolle, wenn es sein Arbeitgeber zulasse.

Die Kritik an den Ruder-Verantwortlichen um Präsident Siegfried Kaidel und Sportdirektor Michael Müller wächst, nur eine nicht zu erwartende Medaillenflut bei den Finals am Wochenende würde den Verband wieder in etwas ruhigeres Fahrwasser bringen.

"Aus ganz bitteren Niederlagen sind schon große Sieger hervorgegangen", sagte Müller und sprach der Achter-Crew nach dem Schiffbruch bei der olympischen Regatta - auch mangels Alternativen - das Vertrauen aus: "Das ist der Stamm der Zukunft."

Achter-Trainer Christian Viedt blickt weniger optimistisch in die Zukunft: "So ein Erlebnis kann Wochen oder sogar Monate brauchen, bis es verarbeitet ist." Seine eigene Zukunft steht ebenfalls in den Sternen.

© SID

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