Rudern Olympia
Ruder-Funktionär Lembke schmeißt aus Protest hin

Der sächsische Ruder-Präsident Klaus-Dieter Lembke hat aus Protest seine Ämter zur Verfügung gestellt. Nach der Olympia-Pleite von Peking hatte er personelle Konsequenzen erwartet.

Nach der Olympia-Pleite von Peking herrscht innerhalb des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) weiterhin Unruhe. Aus Protest gegen mangelnde Konsequenzen stellte der sächsische Ruder-Präsident Klaus-Dieter Lembke alle seine Ämter zur Verfügung. Die sportliche Leitung des DVR kritisierte er scharf. Der 56-Jährige aus Dresden, Vorsitzender des Länderrates im DRV, konnte sich mit seinen personellen Vorstellungen bei einer Krisensitzung der Verbandsspitze nach dem schwächsten Olympia-Abschneiden seit 52 Jahren nicht durchsetzen.

"Aus meiner Sicht gibt es für das katastrophale Abschneiden in Peking in dem Sportvorsitzenden Stefan Grünewald-Fischer und dem Sportdirektor Michael Müller zwei unmittelbar Verantwortliche, von denen ich persönliche Konsequenzen erwartet habe", erklärte Lembke: "Stattdessen wollen sie alles zerreden und suchen die Gründe im Nirgendwo." Da beide einen Rücktritt ablehnten, hätte er schon die Vertrauensfrage im Vorstand oder einen Beschluss zur Trennung erwartet. Dies sei jedoch nicht erfolgt.

Struktureller und methodischer Rückstand zur Weltspitze

Laut Lembke liegt der DRV strukturell und methodisch weit hinter der Weltspitze, da sei nicht gegengesteuert worden. Seiner Meinung nach müssten die "Königreiche" der Disziplingruppen tatsächlich aufgelöst werden und alle bisher Verantwortlichen neue Aufgaben erhalten.

Der DRV will künftig zumindest einen Cheftrainer installieren. Kandidaten sind Harald Jährling (früher SC Magdeburg), Hartmut Buschbacher (ehemaliger DDR-Trainer) und Morten Espersen, der Präsident des dänischen Ruderverbandes. Lembke: "Im Prinzip wird der richtige Weg eingeschlagen. Allerdings wird ohne die genannten personellen Konsequenzen, selbst wenn sie in einem Fall den Verband Geld kosten würden, das Ziel 2012 nicht erreicht werden können."

Beraterkreis soll Abhilfe schaffen

Nach seiner Wahl auf dem Rudertag im vergangenen März in Köln hatte DRV-Präsident Siegfried Kaidel angekündigt, dass er bei den Olympischen Spielen 2012 in London viermal die deutsche Nationalhymne hören wolle.

Die DRV-Spitze will nach der Peking-Pleite mit nur zwei Medaillen außerdem einen Beraterkreis aus ehemaligen Topleuten bilden. Kandidaten sind der frühere Schlagmann des Deutschland-Achters, Roland Baar, sowie der zweimalige Olympiasieger Andre Willms und die viermalige Olympiasiegerin Kathrin Boron.

© SID

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