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Rudi Völler nimmt Auszeit

Rudi Völler will nach seinen zwei Rücktritten als Trainer innerhalb von nur drei Monaten mindestens bis zum Jahresende eine berufliche Auszeit nehmen. „Bis Weihnachten werde ich nichts machen“, erklärte der ehemalige Teamchef der Nationalmannschaft.

dpa MÜNCHEN. Rudi Völler will nach seinen zwei Rücktritten als Trainer innerhalb von nur drei Monaten mindestens bis zum Jahresende eine berufliche Auszeit nehmen. "Bis Weihnachten werde ich nichts machen", erklärte der ehemalige Teamchef der Nationalmannschaft.

Er wolle sich erst einmal darüber klar werden, wie sein Weg im Fußball weiter gehe, sagte der 44-Jährige im "Sportstudio" des ZDF. Eine mögliche Rückkehr zum Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen kommentierte er zurückhaltend: "Bayer Leverkusen ist sehr gut aufgestellt, das funktioniert. Die muss ich nicht unter Druck setzen." Völler bezeichnete seine Rücktritte als Teamchef nach der EM in Portugal sowie beim italienischen Erstligisten AS Rom als "absolut richtig", aber gleichzeitig nicht vergleichbar.

Im Streit um das Quartier der Nationalmannschaft bei der WM 2006 ließ Völler durchblicken, dass er sich als DFB-Teamchef bei der Wahl des Standortes Leverkusen übergeordneten Interessen gefügt habe. "Letztendlich war das erst einmal eine sportpolitische Entscheidung", betonte Völler, der auf die Unterstützung des Chemie-Riesen Bayer bei der Bewerbungs-Kampagne sowie seine Freistellung als Teamchef für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nach der EM 2000 hinwies.

Völler verriet zudem, dass wegen der langen Fahrten vom vorgesehenen Hotel in Bergisch Gladbach nach Leverkusen "im Höchstfall zwei Mal pro Woche" in der Bayarena trainiert worden wäre: "Das war immer Bedingung - auch von mir", sagte Völler. Die übrigen Übungseinheiten sollten auf einem Platz beim Hotel abgehalten werden.

Die Lösung des inzwischen eskalierten Quartier-Streits betrachtet Völler skeptisch: "Egal, wie man jetzt entscheidet. Es wird schwierig, keinen Verlierer herauszufiltern", sagte der Ex-Teamchef. Völlers Nachfolger Jürgen Klinsmann und die Nationalspieler haben sich gegen Leverkusen ausgesprochen. Der neue Bundestrainer, der auf das letzte Wort bei der Entscheidung pocht, liegt insbesondere im Streit mit dem designierten geschäftsführenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger, der sich an getroffene Absprachen halten will.

Der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts unterstützt Klinsmann, auch wenn er leise Kritik an dessen Vorgehen äußerte. "In allen Entscheidungen liegt er richtig. Aber er hätte sie besser vorbereiten müssen. Intern darf man sich streiten, aber nicht öffentlich", sagte der Nationaltrainer von Schottland der "Bild am Sonntag". Für die Lösung des Quartier-Streits machte Vogts einen konkreten Vorschlag: "Dann vergebe ich das Trainingslager halt an die Brasilianer oder US- Boys. Und mache zwei EM-Qualifikationsspiele nach 2006 in der Bayarena"", meinte der ehemalige Bayer-Trainer.

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