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Rudi Völler wird WM-Botschafter

Der neue Bundestrainer und der alte Teamchef sitzen für die WM 2006 in einem Boot.

dpa HAMBURG. Der neue Bundestrainer und der alte Teamchef sitzen für die WM 2006 in einem Boot.

Während Jürgen Klinsmann für den Aufbruch in Fußball-Deutschland steht und die Nationalelf möglichst zum WM-Titel führen soll, wird sein Vorgänger Rudi Völler als internationaler Botschafter für die WM in Deutschland werben. Sechs Monate nach seinem Rücktritt kehrt der Sympathieträger in den Kreis der WM-Macher zurück und übernimmt damit wieder eine öffentliche Aufgabe.

Mit erstaunlicher Distanz erinnerte sich Völler bei einer Festveranstaltung zum WM-Countdown in Hamburg an seinen Rücktritt nach der vermasselten EM in Portugal. "Der Schritt war auch im Nachhinein völlig richtig", sagte der 44 Jahre alte Völler. Auch mit Blick auf die gravierenden Veränderungen in der Nationalelf und dessen Umfeld fühlt er sich bestätigt. "Einige Dinge, die Jürgen Klinsmann verändert hat, das wäre für mich schwer gewesen", gestand der gebürtige Hesse. Gemeint sind vor allem die Nichtberücksichtigung von verdienten Spielern wie Dietmar Hamann oder Jens Nowotny.

Völler selbst will sich bis zum neuen Jahr darüber klar werden, wohin sein Weg ihn führen wird. Das 25-Tage-Trainer-Intermezzo beim AS Rom hat er bereut: "Signale, die mich hätten warnen müssen, die wollte ich gar nicht wahrnehmen." So wird seine nächste Entscheidung "ganz bestimmt keine Bauchentscheidung mehr, sondern eine Grundsatzentscheidung". Der Mittelstürmer der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 1990 will noch "einige Dinge abwägen". Lieber Sportdirektor oder Trainer? In Wolfsburg hat er abgesagt, Leverkusen wartet noch auf eine Antwort, ob er an den Schreibtisch in die Bayarena zurückkehren will.

WM-Organisationschef Franz Beckenbauer lobte Völler in Hamburg als "einen idealen Mann, Deutschland in der Welt zu repräsentieren". Zum Kreis der Botschafter zählen neben Völler auch Klinsmann, Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff und Bayern Münchens Vorstandsvorsitzendem Karl-Heinz Rummenigge.

Die Vorzeichen der WM seien schon zu spüren, meinte Beckenbauer: "Das Kribbeln beginnt langsam." Und Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement kam angesichts der wirtschaftlichen Aussichten geradezu ins Schwärmen: "Der Fußball hat schon ganze Nationen nach oben gerissen. Wir müssen ja auch mal aus diesem Jammertal herauskommen", meinte der SPD-Politiker und sagte durch die WM eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts um acht Mrd. Euro voraus.

Anlass für die Feierstunde war die Vorstellung des Hamburger Stadtplakats für die WM. Alle zwölf Spielorte werben neben dem offiziellen Poster "Sternenhimmel" mit eigenen Plakaten für die Endrunde. Das Hamburger City-Poster, ein Entwurf des einheimischen Künstlers Holger Matthies, präsentierten Bürgermeister Ole von Beust, Sportsenatorin Alexandra Dinges-Dierig, Fußball-Idol Uwe Seeler und HSV-Trainer Thomas Doll. Hamburg ist die elfte Station der Plakat-Aktion. Den Reigen beendet im kommenden Januar Berlin.

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