Rückbesinnung auf alte Werte
Deloitte Consulting geht in die Offensive

Mit neuen Partnern und alten Werten will Deloitte Consulting zu einer der führenden Unternehmensberatungen in Deutschland werden. "Wir wollen wie in den USA und Großbritannien, wo wir schon seit Jahren zu den Top 3 gehören, auch in Deutschland zur Spitzengruppe gehören", sagt Dietrich Schmitt, Partner bei Deloitte Consulting und Sprecher der Geschäftsführung Deutschland, im Gespräch mit der Agentur vwd.

vwd FRANKFURT/M. Das angepeilte Wachstum werde in einem stagnierenden Markt zwangsläufig auf Kosten der Wettbewerber gehen, ist Schmitt überzeugt. Mit der Integration der deutschen Andersen-Partner habe sein Unternehmen nicht nur zwischen 20 und 30 Großkunden gewonnen, sondern verfüge nun über ein komplettes Spektrum an Beratungsleistungen. Eine große Aufgabe werde es sein, den künftigen Namen "Braxton" in Deutschland einzuführen und als Marke zu verankern. Bisher konzentrierte sich Deloitte Consulting in Deutschland hauptsächlich auf Prozess-und IT-Beratung und erzielte dabei einen Umsatz von 145 Millionen Euro mit rund 480 Mitarbeitern. Weil zurzeit die Unternehmen IT-Investitionen eher einfrieren oder zurückfahren, sind in diesem Marktsegment die Wachstumschancen begrenzt.

Viele Experten rechnen sogar mit einem Rückgang. Nach Angaben des Bundes Deutscher Unternehmensberatungen (BDU) belief sich das Gesamtvolumen des Beratungsmarktes 2001 auf 12,9 Milliarden EUR, davon entfielen 5,8 Milliarden Euro auf IT- und Personalberatung. Die Nummer Eins in Deutschland laut einer Marktanalyse von Lünendonk ist McKinsey mit einem Umsatz von 595 Millionen Euro, danach folgen Roland Berger (511 Millionen Euro), AT-Kearney (246 Millionen Euro) und Boston Consulting Group (238,5 Millionen Euro). Zusammen mit Andersen peilt Deloitte Consulting 215 Millionen Euro Umsatz an.

Mit den knapp 300 Mitarbeitern und Partnern, die von Andersen Business Consulting in Kürze zu Deloitte wechseln werden, könne sein Unternehmen die Strategie- mit der IT-Beratung verknüpfen und in ein globales Netz einbetten, beschreibt Schmitt die Vorteile des Zusammenschlusses. Seiner Ansicht nach wird es darauf ankommen, Kunden bei weltweiten Projekten und über längere Zeit zu begleiten. Dort seien auch die Wachstumsfelder zu sehen.

Außerdem setzt Schmitt auf eine Rückbesinnung auf alte Werte in der Beratung: "Für Unternehmensberater wie Wirtschaftsprüfer geht es zurzeit darum, wieder Vertrauen herzustellen. Wir müssen uns wieder um die realen Probleme der Kunden kümmern." Dabei will sich Deloitte auf bestimmte Branchen wie Automobil- und Konsumgüterhersteller, Fertigungsindustrie und Finanzdienstleister fokussieren. Probleme bei der Integration der Andersen-Mitarbeiter bzw die Notwendigkeit, das neu enstehende Unternehmen zu restrukturieren, sieht Schmitt nicht.

Da beide Beratungen auf einer weltweiten Partner-Organisation basierten, seien die Strukturen weitgehend komplementär. Nun komme es darauf an, über die tägliche Arbeit mit dem Kunden eine eigene Unternehmenskultur zu schaffen. Eine große Herausforderung wird es für Deloitte jedoch sein, den in Deutschland völlig unbekannten Namen Braxton, unter dem die Unternehmensberatung bald weltweit firmieren will, als Marke zu verankern.

Die Umbennung erfolgt im Zuge der Abspaltung der Beratungssparte von der Wirtschaftsprüfung Deloitte Touche Tohmatsu. Anstatt auf einen Kunstnamen zu setzen, griff die Gesellschaft - ganz im Sinne der Rückbesinnung - auf die 1984 übernommene Unternehmensberatung Braxton Associates zurück. Laut Schmitt sind für die weltweite Neupositionierung von Deloitte Consulting als Braxton 60 Millionen Dollar geplant - davon dürfte ein großer Teil auf Deutschland als den in Euroopa wichtigsten Beratungsmarkt entfallen.

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