Rückbesinnung auf Kurs-Gewinn-Verhältnis
Merrill Lynch bewertet europäischen Telekom-Sektor komplett neu

Die Analysten von Merrill Lynch haben den europäischen Telekom-Sektor einer Neubewertung unterzogen. Obwohl die beobachteten Werte seit März 2000 durchschnittlich 70 % ihres Wertes verloren hätten, tue sich die Branche nach wie vor schwer, den Kursverfall zu stoppen, schrieben sie in einer am Mittwoch in London veröffentlichten Studie. "Wir glauben, das Hauptproblem in diesem Sektor ist das Fehlen von hinreichend attraktiven, stabilen und einsichtigen Bewertungen", hieß es.

dpa-afx LONDON. Die Experten stuften die Aktien der Deutsche Telekom AG und der France Telecom SA von "Accumulate" auf "Reduce" herunter. Swisscom AG wurden von "Neutral" auf "Reduce" abgestuft. Sie gehen demnach davon aus, dass diese Aktien ein hohes Rückschlagspotenzial aufweisen. Die Investmentbank hatte vor kurzem die Anlageurteile "Reduce" und "Sell" unter "Reduce" zusammengefasst.

Fortan mit "Neutral" werden Telenor AS (zuvor "Accumulate"), Telia AB (Neuaufnahme der Berichterstattung), Koninklijke KPN NV (zuvor "Neutral") und Telefonica Moviles (zuvor "Neutral") bewertet. Demnach messen die Analysten diesen Titeln nur ein begrenztes Wertsteigerungspotenzial von bis zu 10 % bei.

Vodafone als einziger Wert aus der Branche mit "Buy" bewertet

Orange SA, OTE, Portugal Telecom, Telecom Italia, Telecom Italia Moviles stuften sie weiterhin mit "Accumulate" ein. Sie gehen für diese Titel von einem Wertsteigerungspotenzial von zehn bis 20 % aus. In diese Kategorie hochgestuft wurden Telekom Austria, die zuvor mit "Neutral" eingestuft worden waren. Die Aktie der Vodafone Group Plc wurden als einziger Wert mit "Buy" bewertet. Hier sehen die Experten ein "interessantes" Wertsteigerungspotenzial.

Der Neubewertung liegt eine Rückbesinnung auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) als entscheidender Maßzahl zu Grunde. Die Analysten konstatieren einen Vertrauensverlust in Bewertungen, die auf dem Verhältnis von Unternehmenswert (EV) und Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) basieren. Es passiere einfach noch eine ganze Menge unterhalb der EBITDA-Linie, hieß es. Zudem könne eine Aktie mit Hilfe der Maßzahl KGV mit dem Gesamtmarkt verglichen werden, nicht nur mit Werten innerhalb der jeweiligen Branche.

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