Rückbesinnung gefordert: Lafontaine gibt Reformkurs Schuld an SPD-Debakel

Rückbesinnung gefordert
Lafontaine gibt Reformkurs Schuld an SPD-Debakel

Der einstige SPD-Vorsitzende und umstrittene Parteilinke Oskar Lafontaine hat den Reformkurs seiner Partei für das Wahldebakel in Niedersachsen und Hessen verantwortlich gemacht und eine Rückbesinnung auf traditionelle sozialdemokratische Werte gefordert.

Reuters BERLIN. Schuld an den Niederlagen seien ein "Neoliberalismus, verpackt in rote Watte" und "die Politik, die seit 1999 gemacht wird", schrieb Lafontaine in der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe), ohne aber Bundeskanzler und SPD-Chef Gerhard Schröder namentlich zu nennen. "Wer das Kainsmal der Unzuverlässigkeit und Unglaubwürdigkeit auf der Stirne trägt, wird abgewählt." Das Hochwasser und die Irak-Frage hätten dafür gesorgt, dass die rot-grüne Bundesregierung vor gut vier Monaten wiedergewählt worden sei. "Aber der knappe Sieg war nicht eigenes Verdienst, sondern ein Geschenk des Zufalls."

Lafontaine forderte eine Rückbesinnung auf die Traditionen seiner Partei. "Die SPD kämpft sei 140 Jahren für Frieden und soziale Gerechtigkeit. Die Genossinen und Genossen sind jetzt gefordert, ihre Partei vor weiterem Schaden zu bewahren." Dies gelte in der Arbeitsmarkt- und Steuerpolitik sowie im Falle eines Irak-Kriegs.

Lafontaine hatte vor gut einer Woche mit einem Auftritt bei der Saar-SPD Schlagzeilen gemacht und Zuspruch einzelner Parteilinken erhalten. Die Führung der Bundes-SPD lehnt eine Rückkehr Lafontaines aber kategorisch ab. Lafontaine hatte im März 1999, wenige Monate nach dem Wahlsieg von Rot-Grün, überraschend seine Ämter in Regierung und SPD niedergelegt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%