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Rückblick 2004: Dax und MDax mit versöhnlichem Jahresausklang - TecDax schwach

Dank eines Schlussspurts in den letzten beiden Monaten haben die deutschen Standardwerte das Börsenjahr versöhnlich beendet. Zum Jahresende erreichte der Leitindex Dax den höchsten Stand seit Juli 2002, der MDax mittelgroßer Werte kletterte auf ein Rekordhoch.

dpa-afx FRANKFURT. Dank eines Schlussspurts in den letzten beiden Monaten haben die deutschen Standardwerte das Börsenjahr versöhnlich beendet. Zum Jahresende erreichte der Leitindex Dax den höchsten Stand seit Juli 2002, der MDax mittelgroßer Werte kletterte auf ein Rekordhoch. Der TecDax hinkte der positiven Entwicklung hinterher und verlor damit weiter an Bedeutung.

Allerdings brachten politische Unsicherheiten und Sorgen um die Weltkonjunktur 2004 heftige Rückschläge für die Börsen. Im März ließen die Terroranschläge in Madrid den Dax in wenigen Tagen um rund zehn Prozent abrutschen. Im Sommer und Herbst drückten Sorgen um eine Abschwächung der Konjunktur in China und der hohe Ölpreis auf die Stimmung. "Starke Rücksetzer an den Börsen wurden aber immer gut verdaut", sagte Jörg Heineke von der Alpha Wertpapierhandels AG. Zwischen 3 600 und 3 700 Punkten habe der Dax stets Unterstützung gefunden.

Stimmungsverlauf

Ein Grund waren die soliden Unternehmensergebnisse, die meist über den Prognosen des Marktes lagen. Dabei brachten Kosteneinsparungen den wichtigsten Schub. Die Kassenbestände schütteten Firmen verstärkt über Dividenden oder Aktienrückkäufe an ihre Aktionäre aus. Die Aktionäre achten 2004 wieder stärker auf die Ausschüttungen der Konzerne, was sich an der Deutschen Telekom zeigte, deren Aktien von der Wiederaufnahme der Dividendenzahlung profitierten.

Im Sommer wurden negative Nachrichten und Ausblicke vom Markt stärker gewichtet als positive, betonte Andreas Hürkamp, Aktienstratege der Landesbank Rheinland-Pfalz. Die positive Tendenz der europäischen Berichtssaison sei vom erneuten "Nokia-Schock" überlagert worden. Der Mobilfunkausrüster reduzierte seine Gewinnziele drastisch. Im dritten Quartal hellte sich die Stimmung aber wieder auf. Die Entspannung beim Ölpreis und neue Fusionsfantasien zählten aus Sicht von Hürkamp zu den Hauptantriebsfedern des Marktes.

Allzeithoch

Der Dax stieg im Jahresvergleich um gut sieben Prozent. Zwischen den Jahren markierte der Leitindex bei 4 272 Punkten den höchsten Stand seit Juli 2002. Noch besser schnitten die mittelgroßen Werte ab - der MDax erreichte am letzten Handelstag 2004 sein Allzeithoch bei 5 379 Punkten. Im Jahresverlauf legte der Index mehr als 20 Prozent zu.

Enttäuscht wurden technologieorientierte Investoren: beim TecDax steht ein Jahresminus von knapp vier Prozent zu Buche. Zum Vergleich legte der Bund-Future als Barometer für den Euro-Rentenmarkt 2004 knapp fünf Prozent zu. Das in Dollar notierte Gold gewann ebenfalls fünf Prozent. Dies wurde allerdings durch den Anstieg des Euro zum Dollar von fast neun Prozent zunichte gemacht.

Continental Topp, Infineon Flopp

Jahresgewinner im Dax waren Continental-Aktien mit einem Plus von 55 Prozent. Der Autozulieferer profitierte unter anderem von seinem Wiederaufstieg in die erste Börsenliga. Die Papiere des Pharmakonzerns Schering legten in den vergangenen zwölf Monaten 37 Prozent zu, adidas-Salomon-Aktien gewannen mehr als 31 Prozent. Der Sportartikelhersteller war Börsianern zufolge der Gewinner der Eurostärke und profitierte von der Restrukturierung in den USA.

Mit dem Blick auf die höhere Gewichtung im Dax war aber das deutliche Plus bei den Versorgern besonders bedeutend. Die Branche habe von Preiserhöhungen profitiert und zudem mit ihrer hohen Dividendenrendite für Fantasie gesorgt, sagte Heineke. Eon trugen mit ihrem Jahresplus von fast 30 Prozent alleine rund 100 Punkte zum Dax-Anstieg bei, sagte Klaus Stabel von der ICF Kursmakler AG. Ähnliche Faktoren hätten auch der Telekom zu einer soliden Jahresperformance von fast 15 Prozent mit einem Indexbeitrag von rund 45 Punkten verholfen.

Dax-Schlusslicht 2004 waren Infineon-Aktien mit einem Jahresverlust von fast 28 Prozent. Investoren fürchteten laut Heineke schon früh einen Abschwung in der Chipindustrie und verkauften entsprechend die Papiere des Halbleiterspezialisten. Volkswagenaktien litten nicht nur unter der Eurostärke sondern auch unter der Umstellung der Modellpolitik und der Zurückhaltung der Konsumenten und verloren im Jahresvergleich mehr als 24 Prozent.

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