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Rückblick 2004: Viele Fondsanleger haben Kursgewinne an den Börsen verpasst

Die Chance, mit Aktienfonds Geld zu machen, haben 2004 nur wenige Fondsanleger genutzt. Statt in Aktien zu investieren setzten sie lieber auf Nummer Sicher und legten ihr Geld vorwiegend in Renten an.

dpa-afx FRANKFURT. Die Chance, mit Aktienfonds Geld zu machen, haben 2004 nur wenige Fondsanleger genutzt. Statt in Aktien zu investieren setzten sie lieber auf Nummer Sicher und legten ihr Geld vorwiegend in Renten an. "Risikoarme Anlagen waren nach wie vor besonders gefragt", fasst Andreas Fink, Sprecher des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI), den Trend in der Fondsbranche zusammen. "Ganz klar im Mittelpunkt standen die Rentenfonds, während Aktienfonds Abflüsse hinnehmen mussten." Damit setzten viele auf das falsche Pferd, denn mit Aktien konnten deutlich höhere Gewinne eingefahren werden.

'Kurseinbrüche Noch ZU Deutlich IN Erinnerung'

Bei den Anlegern zeigte sich immer noch eine starke Verunsicherung. Die vorangegangenen Kurseinbrüche an den Aktienmärkten hätten viele Anleger noch zu deutlich in Erinnerung, sagten Fondsexperten. Dies mache sich bei den Aktienfonds besonders bemerkbar. "Aus den Aktienfonds sind mehr als drei Mrd. Euro abgeflossen", sagt der BVI-Sprecher. "Das ist sehr schade, weil mit dieser Anlage auf Jahressicht gute Renditen erzielt werden konnten." So hätten Deutschland-Fonds im Schnitt einen Gewinn von knapp zehn Prozent erzielt; bei Osteuropa-Fonds waren es im Mittel laut BVI 20 Prozent und in den asiatischen Aktienregionen wie China und Indien winkten satte Gewinne von mehr als 25 Prozent (Stand Ende November).

Im Gegensatz dazu war die Entwicklung bei dem Anlagefavorit Rentenfonds eher bescheiden: Eurorentenfonds stiegen laut BVI um sechs Prozent und weltweit anlegenden Rentenfonds um 2,5 Prozent. Dennoch flossen in Rentenfonds bis einschließlich November elf Mrd. Euro im Vergleich zu 8,3 Mrd. im Vorjahreszeitraum.

Gleich danach folgten die Immobilenfonds mit 3,5 Mrd. Euro. Allerdings waren die Zuflüsse im Vorjahr mehr als dreimal so hoch gewesen. Negative Schlagzeilen wie der Skandal der Deka Immobilien Investment sorgten für Aufruhr in der Branche. Die Deka-Bank-Tochter war in die Schlagzeilen gekommen, weil die Staatsanwaltschaft gegen einen früheren Manager ermittelt. Ihm wird vorgeworfen, in die Korruptionsaffäre im Frankfurter Immobilienmarkt verstrickt zu sein. Dies sorgte Immobilenfond-Experten zufolge für eine Verunsicherung bei den Anlegern. Der Fondsverband BVI relativiert jedoch: Die Zahlen für Immobilienfonds im Jahr 2003 seien Rekordstände gewesen, die außergewöhnlich waren.

ZU Wenig Kursschwankungen: Gift FÜR Hedge-Fonds

Frischen Wind in die deutschen Portfolios sollten 2004 eigentlich Hedge-Fonds bringen: Ihre Zulassung auf den deutschen Markt wurde in der Branche mit viel Beifall empfangen. Allerdings spielten die Märkte nicht so recht mit: Zwar ging es auf Jahressicht an den Börsen nach oben; im Tagesgeschäft bewegte sich der Handel jedoch eher in engen Bahnen. Und das ist Gift für Hedge-Fonds. Denn sie versuchen extreme Kursschwankungen auszunutzen. "Hedge-Fonds gehörten 2004 zwar zu den großen Themen in der Fondsbranche, gleichzeitig standen sie aber auch besonders unter Druck", sagt ein Sprecher von der SEB.

"Von Hedge-Fonds hat man insgesamt sicherlich mehr erwartet", bekräftigt auch DWS-Sprecher Baki Irmak. "Aber die Marktverhältnisse waren 2004 für Hedge-Fonds schwierig, da diese sehr stark von Kursschwankungen leben. Die Volatilität war aber die niedrigste seit rund zehn Jahren."

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