Rückenwind für die staatstragenden Parteien
Bürger wenden sich den großen Parteien zu

Eine Umfrage der "Saarbrücker Zeitung" (Donnerstag) bei den Meinungsforschern von Infratest Dimap, Forsa und Emnid bestätigte diese Einschätzung für die Bundespolitik. Eine direkte Auswirkung der Terrorserie auf die Wählerstimmung ist demnach schon bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg am kommenden Wochenende zu erwarten.

dpa SAARBRÜCKEN. "Die Leute sind froh, dass endlich mal eine ruhige Hand positive Effekte hat", sagte Diplom-Psychologe Klaus-Peter Schöppner vom Bielefelder Emnid-Institut in Anspielung auf Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). "Die staatstragenden Parteien haben eher Zulauf als die kleineren Parteien", erklärte Richard Hilmer, Geschäftsführer des Berliner Instituts Infratest Dimap.

Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner bestätigte: "Die Regierenden gewinnen an Vertrauen. Ob das allerdings reicht bis zur Bundestagswahl 2002, ist höchst fraglich." Wahlforscher Schöppner sagte, die "Wettkampflage" sei zur Zeit "neutralisiert", aber das werde nicht ein Jahr lang dauern. Derzeit herrsche ein Patt zwischen SPD und Union. "Die Leute sind froh, dass endlich mal ein Konsens hergestellt ist in einer zentralen politischen Frage", meinte Schöppner. Laut Infratest-Dimap-Geschäftsführer Hilmer ist es für Grüne und FDP in Krisenzeiten schwer, sich Gehör zu verschaffen.

SPD wird in Hamburg nicht so tief fallen, wie vor den Terroranschlägen erwartet

Sowohl Forsa als auch Emnid gehen in Hamburg davon aus, dass der Richter Ronald Schill mit seiner Partei für harte Maßnahmen zu Gunsten der inneren Sicherheit politisch nicht profitieren kann. Forsa-Chef Güllner: "Die Schill-Partei wird nicht so stark werden, wie sie ohne Terror-Angriffe hätte werden können. Schill ist relativiert worden: Er ist gut im Kampf gegen Drogendealer am Hauptbahnhof, aber gegen den Welt-Terrorismus kann auch Herr Schill nichts ausrichten."

Vielmehr sei davon auszugehen, dass die in Hamburg regierende SPD nicht so tief fallen werde, wie vor den Anschlägen in den USA erwartet. Auch Infratest-Dimap-Chef Hilmer vertrat die Ansicht, dass die SPD in Hamburg durch die Enttarnung der zeitweise in der Hansestadt lebenden Terroristen die Möglichkeit bekommen habe, sich auf dem Feld der inneren Sicherheit zu profilieren. Das könne der SPD bei der Wahl am Sonntag zu Gute kommen.

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