Rückfälle sollen verhindert werden
Internet-Chatten als Therapie

In einem deutschlandweit einmaligen Projekt wird das Chatten im Internet als Therapieform bei psychosomatischen Erkrankungen erprobt.

dpa MÜNCHEN. Eine Fachklinik in Scheidegg betreut dabei via Internet rund 100 Patienten, die nach ihrer Entlassung aus der Klinik einmal wöchentlich von ihrem Therapeuten online behandelt werden. Das soll verhindern, dass die Patienten in den ersten drei Monaten nach der Entlassung wieder in die Klinik eingewiesen werden müssen ("Drehtüreffekt").

Hans Kordy, der Projektleiter der Internet-Gruppe, sprach am Dienstag in München von ersten Erfolgen der "virtuellen Therapeuten-Gespräche". Das mittelfristige Rückfallrisiko sei bei den Patienten einer ersten Gesprächsgruppe um 50 Prozent gesunken. Rund 84 Prozent der Betroffenen hätten das Online-Angebot zu einer wöchentlichen Gesprächssitzung über 12 bis 15 Wochen hinweg angenommen. Das Projekt wird von einer Langzeitstudie der Forschungsstelle für Psychotherapie in Stuttgart begleitet und von der Techniker Krankenkasse Bayern finanziert.

Als Vergleichsgruppe zu der Studie wurden 100 Patienten ausgewählt, die an der üblichen Routinequalitätssicherung der Fachklinik teilnehmen. Ziel der Online-Studie sei die Abschätzung der Effektivität einer Nachbetreuung per Internet. Zusätzlich sollen die Praktikabilität des Verfahrens, der subjetive Nutzen für den Patienten und eine weitere Optimierung des Online-Angebotes ermittelt werden. Alle Teilnehmer sollen nach einem Jahr zur Beurteilung ihrer früheren psychosomatischen Leiden untersucht und die Ergebnisse dokumentiert werden.

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