"Rückfall auf Tiefstände denkbar"
Experten sehen Neuen Markt weiter unter Druck

Der Neue Markt wird nach Meinung von Händlern und Analysten auch in der kommenden Woche unter Druck stehen und die Kurse würden dabei voraussichtlich weiter fallen. Nachdem das deutsche Wachstumssegment in der ablaufenden Woche rund acht Prozent an Wert eingebüßt hat, sei ein Rückfall auf die Ende Juli markierten Tiefstände denkbar, sagte ein Analyst.

Reuters FRANKFURT. Zumal auch die Technologietitel unter den deutschen Standardwerten wie die Deutsche Telekom und Infineon in den vergangenen Tagen unter massiven Abgabedruck standen. Im Mittelpunkt der kommenden Woche dürften die Halbjahresergebnisse der drei Direktbanken des Neuen Marktes stehen.

Nach Angaben des Bankhauses HSBC Trinkaus & Burkhardt werden in der nächsten Woche zwölf der 50 Blue Chips des Marktes Halbjahreszahlen vorlegen, darunter auch die drei gewichtigen Online-Broker Consors, Comdirect und Direkt Anlage Bank. Die Erwartungen für das zweite Halbjahr sind HSBC zufolge noch deutlich zu hoch. Daher seien weitere Kursrückgänge vorprogrammiert. Eine größere Gegenbewegung sei vor dem vierten Quartal wenig wahrscheinlich.

Aus charttechnischer Sicht habe der Auswahlindex Nemax50 die Unterstützungslinie bei 1 170 Punkten durchbrochen. Damit sei ein erneuter Test der alten Tiefstände denkbar, teilte das Handelshaus Concord Effekten mit. Der alle Werte des Segmentes umfassende Nemax-All-Share-Index hatte am 25. Juli bei 1 136 Punkten (aktueller Stand: 1 157 Zähler) ein Jahrestief markiert. Der Auswahlindex verzeichnete am selben Tag bei 1061 Stellen (1 108) ein Rekordtief.

Die Analysten der DG Bank rechnen für alle drei Direktbanken mit einem Nettoverlust im zweiten Quartal von mehr als 20 Mill. Euro und damit gegenüber dem ersten Quartal mit gleich bleibend hohen Verlusten. Mit großen Kursausschlägen nach unten sei aber nicht zwingend zu rechnen, hieß es. "Die Direktbanken sind ein Spiegel des Gesamtmarktes. Die Lage ist zwar kritisch, vieles ist aber bereits eingepreist", sagte ein Frankfurter Aktienhändler.

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