Rückgang auch in Deutschland
Auto-Neuzulassungen in Westeuropa gesunken

Die europäischen Autobauer haben in Westeuropa im ersten Halbjahr teils kräftige Einbußen verzeichnet. Insgesamt ging nach Angaben der Europäischen Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) die Zahl der Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahr um 4,5 % zurück.

Im einzelnen hatten vor allem Fiat und VW von schrumpfenden Marktanteilen zu kämpfen. Die ACEA geht davon aus, dass der europäische Automarkt nun die Talsohle erreicht hat. Analysten zeigten sich skeptisch.

In Deutschland, dem größten Automarkt Europas, sei die Zahl der Neuzulassungen bis Ende Juni im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 % gefallen, teilte die ACEA mit. In Italien, dem drittgrößten europäischen Automarkt, fielen die Neuzulassungen im ersten Halbjahr um 13,4 %. Insgesamt ging die Zahl der neuzugelassenen Autos in Westeuropa im Juni allein um acht Prozent zurück.

"Der Markt sollte sich in der zweiten Jahreshälfte teilweise erholen, bevor er im Jahr 2003 wieder einen Wachstumstrend verzeichnet", erklärte die ACEA. 2001 war die Zahl der Zulassungen noch um 0,6 % auf 14,8 Mill. Autos gestiegen. Der Marktanteil der VW-Gruppe in Westeuropa fiel nach ACEA-Angaben in den ersten sechs Monaten auf 18,2 % von 18,9 % vor einem Jahr. Analysten wiesen zudem darauf hin, dass VW zur Absatzförderung seiner Modelle Golf und Polo ein Programm mit Kaufanreizen geschaffen habe. Solche Kaufanreize belasteten nach dem Auslaufen der Programme Verkäufe, hieß es. Die VW-Aktien sind in den vergangenen Wochen besonders unter Druck gewesen, da viele Anleger fürchten, der Wolfsburger Autohersteller könnte die Vorjahresergebnisse im laufenden Jahr nicht erreichen.

Der Marktanteil der defizitären Fiat-AutoGruppe fiel im ersten Halbjahr auf 8,5 % von 10,2 %. Die Zahl der Neuzulassungen schrumpfte im ersten Halbjahr um 20,8 % auf 658 772 Autos. Fiat teilte derweil in Turin am Donnerstag mit, das zweite Quartal werde besser als das erste. Die Fiat-Autosparte machte im ersten Quartal eine operativen Verlust von 429 Mill. ?, der zu einem Nettoverlust der Gruppe von 529 Mill. ? führte. Mit einem Minus von 14,7 % beim Marktanteil wartete die GM-Gruppe auf.

Zu den Autobauern, die mehr Neuzulassungen im ersten Halbjahr aufwiesen, gehörten unter anderem die BMW-Gruppe mit einem Plus von 18 % und Daimler-Chrysler mit einem Plus von 2,5 %. Der Marktanteil von BMW stieg im Sechsmonatsvergleich auf 4,3 % von 3,5 %, der von DaimlerChrysler auf 6,5 % von 6,0 %. Der französische Autohersteller Peugeot profitierte von seinem erfolgreichen 206er Modell. Der Marktanteil der PSA-Gruppe stieg in den ersten sechs Monaten auf 14,9 % von 13,9 % vor Jahresfrist.

Branchenexperten erwarteten aber für das Gesamtjahr 2002 in Westeuropa einen deutlichen Rückgang der Neuzulassungen. "Die vorgelegten Zahlen stimmen uns nicht gerade zuversichtlich über eine positive Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte. Wir denken, dass der Autoabsatz im Gesamtjahr um 5,3 % zurückgeht", sagte Autoanalyst Lars Ziehn von der Deutschen Bank

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Auf Grund der Einbußen am europäischen Markt werden die Autokonzerne stärker von den Ausfuhren in andere Länder abhängig. Aber auch andere Automärkte, wie der weltweit größte US-Markt, sind derzeit ebenfalls geschwächt.

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