Rückgang der Arbeitslosenrate gegenüber dem Vorjahr
Lage am Arbeitsmarkt bessert sich weiter

Trotz eines leichten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen im Juli hat sich die Erholung am Arbeitsmarkt fortgesetzt.

ap NÜRNBERG. Bundesweit wurden 3,803 Millionen Arbeitslose registriert, das waren 79 300 mehr als im Vormonat. Gegenüber Juli 1999 sank die Zahl der Arbeitslosen allerdings um 223 500, wie die Bundesanstalt für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank binnen Jahresfrist von 10,3 auf 9,3 %. Der Vizepräsident der Bundesanstalt für Arbeit, Otto Semmler, sagte, der Arbeitsmarkt helle sich weiter auf, wenn man von der vorübergehenden saisonalen Belastung einmal absehe. Dies gelte aber nach wie vor nur für die alten Bundesländer.

Die Zahl der Arbeitslosen habe in Deutschland im Juli, wie immer in diesem Ferienmonat, saisonbedingt zugenommen, sagte Semmler. Dieser Anstieg sei aber schwächer gewesen als im Vorjahr.

In den alten Bundesländern zählten die Arbeitsämter 2,466 Millionen Stellenlose. Die Quote lag dort nun bei 7,5 %. In Ostdeutschland waren 1,337 Millionen Menschen ohne Arbeitsplatz, 2 200 mehr als im Vorjahresmonat und 39 600 mehr als im Vormonat. Die Quote betrug dort 17,0 %.

Auch die Beschäftigung in Deutschland erhöhte sich weiter spürbar. Die Zahl der Erwerbstätigen ist nach vorläufigen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes im Mai saisonbereinigt um 31 000 gestiegen. Nicht saisonbereinigt wird für Mai eine Erwerbstätigenzahl von 36,22 Mill. genannt. Das sind 147 000 mehr als ein Jahr zuvor. Im April hatte die Zunahme noch 93 000 und im März 76 000 betragen.

Überstunden sorgen für Unmut

Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte unterdessen, die hohe Zahl der Überstunden in Deutschland blockiere die Schaffung von 900 000 neuen Arbeitsplätzen. DGB-Vorstand Heinz Putzhammer erklärte in der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe), dass er zusätzlich zu den rund 1,91 Mrd. bezahlten Überstunden im Jahr, die die Bundesanstalt für Arbeit ermittelt hatte, mit rund 1,9 Mrd. unbezahlten Stunden rechne. Durch den konsequenten Abbau von Überstunden könnten 900 000 neue Jobs entstehen. Es sei ein großes Ärgernis, dass die Arbeitgeber sich nicht an ihre Zusage im Bündnis für Arbeit gehalten hätten, den Überstundenberg abzubauen, kritisierte Putzhammer.



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