Rückgang der Ausfuhren drückt Konjunktur
Japan gleitet in die schwerste Rezession

Der japanische Wirtschaftsminister Heizo Takenaka erwartet, dass sich die Wirtschaftsleistung des Landes im laufenden Fiskaljahr um "ungefähr ein Prozent" verringern wird.

TOKIO. Wie Takenaka am Montag erklärte, werde sich die offizielle Schätzung der Regierung den Vorhersagen privater Institute annähern. Aus Regierungskreisen verlautete am Morgen, dass die Prognose der Regierung voraussichtlich bei minus 0,8 % liegen werde.

Vor allem als Folge des Produktionsrückgangs von Autos und Computern wegen der Nachfrageabschwächung im In- und Ausland lag Japans Industrieprodukion im September um 2,9 % unter dem Vormonats- und sogar um 12,7 % unter dem entsprechenden Vorjahreswert. Japans Autoproduktion unterschritt nach Angabe des Branchenverbandes im September die Vorjahresstückzahl um 1,8  %. Zwischen April und September wurden 4,8 Mill. Fahrzeuge hergestellt, 2,8 % weniger als ein Jahr zuvor.

Erstmals in der gegenwärtigen Rezession hatte die Industrieproduktion im Februar unter dem Vorjahresniveau gelegen. Mit einem Indexwert von 92,8 (1995: 100) lag die Industrieproduktion jetzt nach Angabe des japanischen Wirtschaftsministerium auf dem niedrigsten Niveau seit Januar 1994. Das Ministerium erklärt, die Nachfrageentwicklung gebe Anlass zur Sorge, es zeichne sich eine weitere Abschwächung der Produktionstätigkeit ab. Für Oktober wird deshalb ein weiterer Rückgang gegenüber dem Vormonat um 0,5 % erwartet.

Maßgeblich für die kontinuierliche Drosselung der Industrieproduktion ist der seit April zu verzeichnende massive Rückgang der Ausfuhren. Sie waren im zweiten Quartal 3,4 % und im dritten Vierteljahr 8,7 % niedriger als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Besonders ausgeprägt war der Rückgang im September bei Lieferungen nach Westeuropa (-9,7 % zum Vorjahr) und in die asiatische Region (-8,9 % zum Vorjahr), während die Exporte in die USA nur um 3,9 % unter September 2000 lagen.

Daneben kam es, so die japanische Regierung in ihrem jüngsten Monatsbericht, zu einer spürbaren Abschwächung des privaten Verbrauchs. Ursache ist neben einer allgemeinen Verschlechterung der Stimmungslage als Folge des Terroranschlags in den USA sowie des ersten BSE-Falls in Japan die sich zunehmend verschlechternde Einkommensentwicklung und Arbeitsmarktlage. Für September wird mit einer offiziellen Arbeitslosenquote auf dem Vormonatsniveau von 5,1 % gerechnet. Im kommenden Fiskaljahr 2002/03 erwarten private japanische Wirtschaftsforschungsinstituten Quoten von 5,4 % (Nomura Research) bis zu 6,2 % (Dai ichi Life Economic Research).

Konsequenz der Nachfrageabschwächung und der deutlich verschlechterten Ertragsperspektiven ist, dass der Unternehmenssektor seine Investitionen zunehmend drosselt.

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