Rückgang trifft die Branche hart
Baukrise ruiniert jährlich 1000 Spediteure

Das Kölner Bundesamt für Güterverkehr erwartet eine Besserung der Lage nur von einem allgemeinen konjunkturellen Aufschwung.

KÖLN. Die anhaltende Flaute der Bauwirtschaft treibt auch das Transport- und Speditionsgewerbe tiefer in die Krise. Die Baukrise wirkt sich direkt auf die Auftragslage der 59 000 mittelständischen Spediteure aus. "Die anhaltend schlechte Lage der Bauwirtschaft führt dazu, dass sich der enorme Mengen- und Leistungsrückgang der vergangenen Jahre weiter fortsetzt", heißt es im Jahresbericht 2002 des Bundesamtes für Güterverkehr, der dem Handelsblatt vorliegt und heute veröffentlicht wird. Eine durchgreifende Verbesserung sei erst von einem allgemeinen konjunkturellen Aufschwung zu erwarten.

Nach Berechnungen des Kölner Amtes stehen durch den Rückgang der Bau-Transporte jährlich 800 bis 1 000 Spediteure vor dem Aus. Diese Zahl entspricht rein rechnerisch dem Rückgang der Beförderungsmenge im Zuge der Baukrise. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Insolvenzverfahren von Lkw-Spediteuren um 17,2 % auf 1 049 gestiegen. Davon entfiel nach Angaben des Bundesamtes über die Hälfte auf Firmen, die überwiegend für das Baugewerbe fahren.

Die Talfahrt dürfte weiter anhalten. So hat der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie angesichts des schwachen Starts der Branche in das neue Jahr seine Umsatzprognose für 2003 auf ein Minus von 6 % nach unten korrigiert. In den ersten vier Monaten lag der Umsatz mit 20,4 Mrd. Euro sogar 10,4 % unter dem Niveau des Vorjahres.

Auf die Baubranche entfällt etwa die Hälfte der gesamten Beförderungsmenge bei den Speditionsunternehmen und über ein Fünftel der Beförderungsleistung (gemessen in Tonnenkilometer) der deutschen Lkw.

Laut Bundesamt ist der Güterverkehr im vergangenen Jahr um 5 % auf 3,2 Mrd. t zurückgegangen - nach einem Minus von 3,8 % im Vorjahr. Dabei nahm der Straßengüterverkehr überproportional um 6,1 % (164 Mill. t) auf 2,7 Mrd. t ab. Weit über die Hälfte des Rückgangs entfiel auf den Bereich Steine und Erden.

Angesichts der Verluste beim Transportaufkommen und des verschärften Konkurrenzkampfs sei es den meisten Unternehmen trotz steigender Kosten kaum möglich gewesen, höhere Preise durchzusetzen, schreibt das Bundesamt. Laut einer Umfrage unter den Spediteuren verschlechterte sich daher die Ertragslage für die meisten Unternehmen.

Vor diesem Hintergrund werde die bevorstehende Einführung der Lkw-Maut von der Branche mit Sorge betrachtet. Ob eine Umlage der Maut-Kosten auf die Auftraggeber gelingen werde, beurteilen die Unternehmen skeptisch. Nach der Umfrage konnte bislang nur ein kleiner Teil der Transportunternehmen eine Übernahme der Maut durch den Auftraggeber erreichen. Beim größeren Teil der Unternehmen stehen Verhandlungen noch bevor. Besonders schwierige Verhandlungen erwarteten Transporteure, die für das Baugewerbe tätig seien, da insbesondere bei kleineren Auftraggebern des Baugewerbes die wirtschaftliche Situation sehr angespannt sei, so das Amt.

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