Rückgang um zehn Prozent erwartet
Siemens-Handys werden billiger

Der Siemens-Konzern rechnet nach den Worten von Lothar Pauly, Mitglied im Vorstand der Mobilfunksparte ICM, im laufenden Jahr mit einem Rückgang der Preise für seine Mobiltelefone von rund zehn Prozent.

Reuters BARCELONA. "Der durchschnittliche Verkaufspreis könnte bis Weihnachten um weitere zehn Prozent fallen", sagte Pauly am Montag auf einer Konferenz in Barcelona. Im vierten Quartal würden die Preise wegen der Einführung neuer Modelle dann wieder ansteigen.

Pauly wollte sich zu Spekulationen über eine Übernahme oder Partnerschaft mit der Mobilfunk-Sparte des US-Konzerns Motorola nicht äußern. Motorola bietet auch Technologie für den Mobilfunkstandard CDMA an, in dem Siemens nicht aktiv ist. "Es ist keine Notwendigkeit (CDMA zu haben), aber es wäre schön", sagte er lediglich.

Bisher waren Experten davon ausgegangen, Siemens habe kein Interesse an einem Einstieg bei CDMA. Dies wurde als Hindernis für eine Übernahme der Motorola-Sparte gewertet. CDMA stehe sicher nicht im Mittelpunkt des Interesses von Siemens, sagte ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Es ist fraglich, ob man Geld ausgeben soll, um in eine Nischentechnologie einzusteigen, die kein großes Wachstumspotenzial hat."

Siemens will CDMA-Technolgie nicht selbst entwickeln

Motorola sucht einen Partner für seine defizitäre Sparte Mobilfunknetze seit der Markt unter einer drastischen Nachfrageschwäche der Telekombetreiber leidet. Anbieter wie Motorola und Ericsson rechnen mit einem Rückgang des weltweiten Marktes für mobile Infrastruktur von bis zu zehn Prozent im laufenden Jahr, nachdem der Markt bereits 2001 um fünf Prozent geschrumpft war. Medienberichten zufolge spricht Motorola neben Siemens auch mit der kanadischen Nortel Networks Corp über eine Partnerschaft bei Mobilfunk-Netzen.

Siemens-Vorstandschef Heinrich von Pierer hatte im April zwar gesagt, er sehe in der nächsten Zeit keine Fusion im Bereich mobile Infrastruktur. Eine Übernahme hatte er aber nicht explizit ausgeschlossen. Der Kauf der Motorola-Sparte würde Siemens einen besseren Marktzugang in den USA verschaffen. "Es ist ein logischer Fit - aber ob er zu Stande kommt, ist eine andere Frage", sagte Davies Jones, Analyst bei Schroder Salomon Smith Barney.

Siemens werde CDMA jedenfalls nicht selbst entwickeln, stellte Pauly klar. "Es wäre verrückt, unsere Forschung und Entwicklung auf mehr als zwei Technologien - GSM/GPRS und UMTS - auszuweiten." Der Standard CDMA wird nach Angaben Paulys 20 bis 30 Prozent der Mobilfunknetz-Technolgie auf der Welt ausmachen. Damit spiele CDMA gegenüber dem europäischen Standard GSM und der zukünftigen UMTS-Technologie, dem die die restlichen 70 bis 80 Prozent abdecken werden, eine untergeordnete Rolle.

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