Rückkaufsrecht für eigene Aktien
Deutsche Börse richtet Kriegskasse ein

Möglicherweise auch zur Finanzierung von Firmenübernahmen will sich die Deutsche Börse AG von ihren Aktionären auf der Hauptversammlung zu verschiedenen Kapitalmaßnahmen ermächtigen lassen.

Reuters FRANKFURT/M. Wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Tagesordnung für die Hauptversammlung im Mai hervorgeht, will sich die Deutsche Börse von ihren Aktionären unter anderem das Recht zum Rückkauf eigener Aktien von maximal zehn Prozent des Grundkapitals einräumen lassen. Die eigenen Papiere könnten später auch im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen, -übernahmen oder-beteiligungen eingesetzt werden, heißt es zur Erläuterung. Allerdings werde auch die Möglichkeit geschaffen, die Aktien für Mitarbeiterbeteiligungsprogramme zu verwenden.

Wie es weiter hieß, will sich die Börse von den Aktionären auch zur Ausgabe von Options- und Wandelanleihen im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro bis Mai 2008 ermächtigen lassen. Dies solle die Möglichkeiten der Deutschen Börse zur Finanzierung ihrer Aktivitäten erweitern und bei günstigen Kapitalmarktbedingungen den Weg zu einer im Interesse der Gesellschaft liegenden flexiblen und zeitnahen Finanzierung eröffnen.

Darüber hinaus soll die Hauptversammlung die Möglichkeit zur Schaffung eines genehmigten Kapitals von bis zu knapp 15 Millionen Euro genehmigen. Wie ein Sprecher der Börse erläuterte, wird dadurch genehmigtes Kapital ersetzt, was die Börse im vergangenen Jahr im Zuge der Clearstream-Übernahme verbraucht habe. Insgesamt würde sich das genehmigte Kapital der Gesellschaft im Falle der Absegnung durch die Hauptversammlung auf knapp 56 Millionen Euro und damit die Hälfte des Grundkapitals belaufen.

"Die Maßnahmen sind ein üblicher Schritt, um die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu erhöhen", sagte ein Firmensprecher. "Es gibt keine konkreten Pläne, eigenen Aktien zu erwerben", fügte er hinzu. Es sei denn, für ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm, das die Börse plane. Zu möglichen Übernahmen oder sonstigen Expansionsplänen, für die das neue Kapital theoretisch eingesetzt werden könnte, wollte sich der Sprecher auf Nachfrage nicht äußern.

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