Rückkehr auf die Rennstrecke
Alessandro Zanardis zweites Leben

Als er noch für Williams in der Formel 1 fuhr, hat Alessandro Zanardi einmal gesagt: "Angst habe ich keine, Respekt ja." An dieser Einstellung hat sich bei dem 36-jährigen Italiener auch nach dem 15. September 2001 nichts geändert - dem Tag, an dem er auf dem Eurospeedway Lausitz in einem Rennen der US-Cart-Serie schwer verunglückte.

BERLIN. Bei dem Unfall verlor er beide Beine. 13 Runden fehlten Zanardi damals bis zur Zielflagge. Dass der zweimalige Cart-Champion aus Bologna genau diese Distanz am Sonntag nachholen wird, wenn die Champ Cars in Sachsen zu Gast sind, entspricht seiner Einstellung. Unter ärztlicher Aufsicht ist Zanardi bereits in einem speziell für ihn gefertigten Auto in England gefahren: Er hat mit der Hand gekuppelt und Gas gegeben, gebremst hat er mit einer Beinprothese.

Professor Axel Ekkernkamp vom Unfallkrankenhaus Marzahn stand vor zwei Jahren am Bett des Verunglückten, als der wieder die Augen öffnete. "Er wusste sofort, dass er keine Beine mehr hat. Aber auf Grund seiner Reaktion war uns klar, dass dieser Mann keinen Psychologen brauchen würde", sagt Ekkernkamp.

Bereits acht Monate nach seinem Unfall spendete der Italiener als Vorsitzender seiner Stiftung 85 000-Dollar- Scheck für ein Kinderhilfsprojekt in Madagaskar. Aus aller Welt hatten Menschen ihm Geld geschickt, das er "nicht brauchte und mit dem ich deswegen eine Stiftung gründete".

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