Rückläufige Anzeigenerlöse
Springer Verlag setzt auf Zukunftsinvestitionen

Der Axel Springer Verlag setzt auf Investitionen in die Zukunft. Damit sollen das Kerngeschäft für den Wettbewerb gestärkt und neue Märkte erschlossen werden, sagte der zum Jahresende scheidende Vorstandsvorsitzende August A. Fischer am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin.

ddp/vwd BERLIN. Dieser Kurs hat sich im vergangenen Jahr bereits im Ergebnis niedergeschlagen. Der Konzernüberschuss sank um 35 % auf 98 Mill. ? (192 Mill. DM), obwohl der Umsatz um 8,9 % auf 2,9 Mrd. ? zulegte. Schuld waren Investitionen von rund 100 Mill. ?. Trotz des Gewinnrückgangs soll die Dividende unverändert 1,43 ? betragen.

Im laufenden Jahr werde das Konzernergebnis nicht zu verbessern sein, kündigte Finanzvorstand Ralf Kogeler an. Schuld daran sind auch die gesunkenen Anzeigenerlöse. Nach dem Rekordjahr mit Börsen-Hausse und großen Fusionen klagen alle Verlage derzeit über Anzeigenrückgang. Auch die gestiegenen Papierpreise bekommt der Verlag zu spüren. 25 Mill. ? gab Kogeler als Mehrkosten für dieses Jahr an.

"Welt am Sonntag" zieht nach Berlin

Im Printbereich sollen die bekannten Marken weiter ausgebaut werden. So zieht die Redaktion der "Welt am Sonntag" im Juli von Hamburg nach Berlin, um dort mit dem Schwesterblatt "Die Welt" enger zusammen zu arbeiten. Weitere Umstrukturierungen bei den insgesamt 280 Zeitungs- und Zeitschriftentiteln sind geplant. Kräftig investierte der Verlag auch in die Modernisierung der Druckereien, allen voran der Neubau der abgebrannten Druckerei in Essen-Kettwig.

Bei den neuen Medien setzt Springer auf eine Zwei-Säulen-Strategie. Zum einen soll den etablierten Printtiteln durch den Online-Auftritt ein weiterer Vertriebsweg eröffnet werden. Zudem investiert der Verlag in neue multimediale Geschäftsmodelle. Dazu ist er mehrere Beteiligungen an Internet-Portalen eingegangen. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht das Joint Venture zwischen bild.de und T-Online. Hierfür gab der künftige Vorstandschef Mathias Döpfner eine klare Marschrichtung aus: "Die Vision von bild.de ist es, Geld zu verdienen."

Kleinaktionäre übten Kritik an der kräftig gestiegenen Vergütung der Vorstände. Aufsichtsratschef Bernhard Servatius begründete dies damit, dass die Vergütung "zunehmend erfolgs- und leistungsabhängig" erfolge. Da dies stets rückwirkend geschehe, sei wegen des nun schwächeren Ergebnisses auch wieder mit einem Rückgang der Vorstandsgehälter zu rechnen.

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