Rückläufige Bauinvestitionen
Höchstes BIP-Wachtum seit dem Wiedervereinigungsboom

Das BIP ist im vergangenen Jahr nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes preisbereinigt um 3,1 % gestiegen. Wichtige Wachstumsimpulse gingen dabei vor allem vom Außenhandel aus.

adx WIESBADEN. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Bundesrepublik Deutschland ist im vergangenen Jahr nach ersten vorläufigen Berechnungen des Wiesbadener Statistischen Bundesamtes preisbereinigt um 3,1 % gestiegen. Das ist der stärkste BIP-Anstieg seit dem Boom nach der Wiedervereinigung, teilte des Bundesfinanzministerium am Donnerstag in Berlin mit. 1999 hatte der Zuwachs bei 1,6 %, 1998 bei 2,1 % gelegen. Wichtige Wachstumsimpulse gingen im abgelaufenen Jahr vor allem vom Außenhandel aus. Dieser habe vom kräftigen weltweiten Aufschwung, der gestiegenen deutschen Wettbewerbsfähigkeit und der schwachen Bewertung des Euro profitiert, hieß es. Aber auch die Binnennachfrage sei "stark" gewesen. Vor allem die Ausrüstungsinvestitionen hätten zugelegt. Dagegen wirkten den Angaben zufolge die im Jahresvergleich nochmals rückläufigen Bauinvestitionen weiter als Konjunkturbremse.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine Fortsetzung des Aufschwungs sind aus der Sicht der Bundesregierung weiter günstig. Gleichwohl müsse damit gerechnet werden, dass die Dynamik der konjunkturellen Entwicklung im Jahresverlauf "etwas nachlassen" dürfte. Das Finanzministerium begründet diese Prognose mit den nachlassenden außenwirtschaftlichen Impulsen, den auslaufenden Effekten des schwachen Euro und der straffen EZB-Geldpolitik. Die ab Januar wirksam gewordenen Steuerentlastungen kämen daher "im richtigen Moment und stützen die Konjunktur".

Höchste jahresdurchschnittliche Teuerungsrate seit 1997

Das Bundesfinanzministerium hob hervor, dass im vergangenen Jahr die Preisentwicklung wesentlich durch den drastischen Anstieg der Energiepreise, vor allem beim Rohöl, bestimmt wurde. Der Anstieg bei den Verbraucherpreisen resultiere hauptsächlich daraus. Dagegen habe es keinen binnenwirtschaftlich verursachten Preisauftrieb gegeben. Die hier registrierte Entwicklung habe sogar die "hausgemachte Inflation" gedämpft. Zuvor hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt, dass der Preisindex aller privaten Haushalte im Jahresdurchschnitt um 1,9 % gestiegen ist. Dies ist die höchste jahresdurchschnittliche Teuerungsrate seit 1997, wo ebenfalls ein Plus von 1,9 % festgestellt wurde.

Die konjunkturelle Entwicklung trug merklich zur Entlastung auf dem Arbeitsmarkt bei. Das Ministerium verweist darauf, dass die Erwerbstätigenzahl im Jahresdurchschnitt um 585 000 gestiegen, die Arbeitslosenzahl um 210 000 gefallen ist. Einerseits habe die demografische Entwicklung zur Besserung auf dem Arbeitsmarkt beigetragen, anderseits führe die wirtschaftliche Belebung zu einer gestiegenen Erwerbsneigung. Die Arbeitslosenquote ging bundesweit im vergangenen Jahr auf 9,6 % zurück, nach 10,5 % 1999 und 11,1 % 1998. Die Sparquote weist eine fallende Tendenz auf. Sie lag im vergangenen Jahr bei 9,7, während für 1999 der Wert von 9,9 und 1998 von 10,2 % zu Buche stand.

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