Rückrufaktionen kosten Unternehmen Milliarden
Bridgestone nach Reifenskandal mit Ergebniseinbruch

Wie das Unternehmen mitteilte, sank der Gewinn im vergangenen Jahr gegenüber 1999 um 80 % auf 324 Millionen DM.

afp TOKIO. Hohe Kosten für Rückrufaktionen haben die Gewinne des japanischen Reifenherstellers Bridgestone im vergangenen Jahr dramatisch sinken lassen. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Tokio mitteilte, sank der Gewinn im vergangenen Jahr gegenüber 1999 um 80 % auf 17,7 Mrd. Yen (324 Mill. DM/166 Mill. Euro). Bridgestone hatte seit dem vergangenen Sommer Millionen Reifen wegen Sicherheitsmängeln zurückrufen müssen. Fehlerhafte Reifen von Bridgestones US-Tochter Firestone werden mit Unfällen in Verbindung gebracht, bei denen weltweit rund 150 Menschen ums Leben gekommen sein sollen. Die Kosten für die Rückrufaktion belasteten die Bilanzen des Unternehmens den Angaben zufolge mit 81,4 Mrd. Yen (1,49 Mrd. DM/763 Mill. Euro).

Vor Steuern und außergewöhnlichen Belastungen ging der Gewinn um 38 % auf 124,8 Mrd. Yen zurück. Der Umsatz belief sich auf 2,01 Bill. Yen und blieb damit praktisch unverändert gegenüber 1999, als Einnahmen in Höhe von 2,09 Bill. Yen verzeichnet wurden. Bridgestone stellte 450 Mill. $ (962 Mill. DM) zurück, um die Kosten für mögliche Schadenersatzforderungen zu decken.

Nach der tödlichen Unfallserie hatte Bridgestone-Chef Yoichiro Kaizaki Anfang des Jahres seinen Rücktritt mit Wirkung zu Ende März angekündigt, aber betont, dies sei nicht Folge des Reifenskandals. Ein großer Teil der mangelhaften Produkte war an den US-Autobauer Ford geliefert worden, der vor allem seinen Geländewagen Explorer damit bestückt hatte. Firestone-Chef Masatoshi Ono musste deshalb aus dem Amt scheiden. Firestone machte nach Angaben von Kaizaki im vergangenen Jahr einen Verlust von 510 Mill. $ (1,09 Mrd. DM) und verzeichnete damit das erste Minus seit 1992.

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