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Rückschlag für ABB bei Asbest-Klagen in den USA - Aktie unter Druck

Der schweizerisch-schwedische Industriekonzern ABB hat in seinem langwierigen Rechtsstreit um Asbest-Klagen in den USA einen Rückschlag erlitten.

dpa-afx ZÜRICH. Der schweizerisch-schwedische Industriekonzern ABB hat in seinem langwierigen Rechtsstreit um Asbest-Klagen in den USA einen Rückschlag erlitten. Ein Berufungsgericht entschied am Donnerstagabend, die angestrebte Vergleichsvereinbarung zur Beilegung der Schadenersatzansprüche an eine untere Instanz zu verweisen. ABB hatte zur Begleichung von Schadenersatzansprüchen in den Vereinigten Staaten rund 1,2 Mrd. Dollar (rund 900 Mill. Euro) zur Verfügung gestellt. Zwei andere Gerichte hatten den Vergleichsvorschlag zuvor gutgeheißen. Die ABB-Aktie geriet heftig unter Druck.

ABB-Konzernchef Jürgen Dormann reagierte auf die Entscheidung des Berufungsgerichts "überrascht und enttäuscht", wie es in der Mitteilung hieß. Er sei aber zuversichtlich, in "relativ kurzer Zeit und ohne nennenswerte Zusatzkosten" eine Lösung zu finden. Insgesamt würde die Asbest-Frage die operativen Fortschritte im ABB-Konzern nicht aufhalten, sagte Dormann in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Einige Einzelheiten müssten bei der Vergleichregelung zwar geändert werden, aber nicht der ganze Plan. Wenn alle Details des Gerichtsentscheides vorlägen, könne man rasch vorgehen.

Analysten Enttäuscht

Die ABB-Aktien gaben am Freitag an der Börse in Zürich heftig nach. Schweizer Analysten bezeichneten den Gerichtsentscheid "als herbe Enttäuschung". Am Freitagvormittag sanken ABB bei einem hohen Handelsvolumen von knapp 41 Mill. Titel in der Spitze um knapp 13 Prozent auf 6,13 Schweizer Franken. Der Swiss-Market-Index (SMI) hielt sich zugleich unverändert auf bei 5 569,20 Punkten.

Händler erklärten, der Aktienkurs könnte durchaus unter sechs Franken sinken. Der Markt habe erwartet, dass die Asbest-Lösung ein "gemachter Deal" gewesen sei, hieß es bei Morgan Stanley. Die ZKB ergänzte: "Der Entscheid erhöht die Unsicherheiten beträchtlich, dass die endgültige Schadenssumme nicht abgeschätzt werden kann und auch der Zeitrahmen wieder offen ist." Neben der Gerichts-Ablehnung der Ausdehnung des Vergleichs auf ABB Lummus und Basic könnte vor allem eine Erhöhung der Schadenersatzsumme problematisch werden.

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