Rückschlag für erfolgsverwöhnte Branche
Unternehmen leisten sich weniger Berater

"Der Hype der letzten Jahre ist vorbei. In diesem Jahr ist die Nachfrage nach Beratungsleistungen merklich gesunken, weshalb die Unternehmen mit rückläufigen Umsätzen rechnen", sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), Rémi Redley, in München. 2001 hatte die Branche noch ein Umsatzplus von 5,5 % auf 12,5 Mrd. Euro erzielt.

mwb MÜNCHEN. Dietmar Fink, Professor für Unternehmensberatung an der Fachhochschule Rhein-Sieg, ist rechnet sogar mit einem Minus zwischen 3 und 4 Prozent auf dem deutschen Markt in diesem Jahr. In Europa sieht es nach Einschätzung des Dachverbandes Feaco mit vier Prozent Wachstum etwas besser aus.

Die Kostenkiller sind eine Rezession in der eigenen Branche nicht gewohnt. In den vergangenen 30 Jahren hatte die Beraterbranche noch nie einen Rückgang erlebt. Die großen Beratungsunternehmen wie unter anderem Roland Berger hatten in den neunziger Jahren sogar zweistellige Wachstumsraten erzielt.

Vor allem 2003 rechnet Redley mit einem schwierigen Jahr, auch weil sich beispielsweise die Bankenkrise erst dann richtig bemerkbar mache. Mit einer Erholung sei allenfalls 2004 zu rechnen. Die stärksten Einbrüche habe es in der Beratung für Unternehmen der Informationstechnologie gegeben, sagte Redley. Wirtschaftskrisen sind für Berater eine zweischneidige Angelegenheit. Einerseits brauchen die Firmen Hilfe um vor allem die Kosten zu drücken, andererseits fehlt den Unternehmen gerade in schlechten Zeiten das Geld für die teuren Berater.

Der BDU hofft auf Impulse durch die Bundesregierung, die neuen Wettbewerb entfachen sollen. So fordern die Berater insbesondere eine Reform des so genannten Lauterkeitsrechts: Ladenschluss, Sonderverkäufe, vergleichende Werbung - alles das seien Punkte, deren Novellierung einen Schub für den Wirtschaftsstandort Deutschlands bedeuten würden.

Der BDU ist mit 566 Mitgliedern eigenen Angaben zufolge der weltgrößte Beraterverband und vertritt rund 16 000 Mitglieder. Auf der gestrigen Mitgliederversammlung wurde das Präsidium mit Rémi Redley an der Spitze für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt.

Quelle: Handelsblatt

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