Rückschlag für McCain
Republikaner für Obama

Das dürfte John McCain gar nicht gefallen: Prominente Republikaner wechseln knapp drei Monate vor der Präsidentschaftswahl die Seite und unterstützen den demokratischen Kandidaten Barack Obama.

HB WASHINGTON. Zu der Gruppe "Republikaner für Obama" gehören der Ex-Senator Lincoln Chafee sowie James Leach, der drei Jahrzehnte Iowa im Repräsentantenhaus vertreten hatte. "Tausende Republikaner werden bei dieser Wahl das Land vor die Partei stellen", prophezeite Leach im "Wall Street Journal". Wichtigste Gründe für ihre Abwendung von dem Kandidaten der Republikaner seien seine Irakpolitik sowie eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit John McCain.

Auch die Medienberater des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers John McCain nehmen den Senator aus Arizona neuerdings an die kurze Leine: Die intensiven Gespräche McCains mit Reportern an Bord seines Wahlkampfbusses seien passé, berichtete die "New York Times". Seit Wahlkampf-Stratege Steve Schmidt das Steuer der McCain-Kampagne in die Hand genommen habe, werde dagegen gezielt auf kurze Treffen mit lokalen Medienvertretern gesetzt.

Das McCain-Lager versuche mit der "neuen Disziplin" zu verhindern, dass Gespräche mit Reportern ausufern wie vor einigen Wochen im US- Bundesstaat Ohio. Bei einer der Bus-Talkrunden nach seiner Haltung zum Potenzmittel Viagra befragt, hatte sich McCain sichtlich verlegen gezeigt und sogar zu stottern begonnen.

Ablenken von den Unsicherheiten des Republikaners sollen zurzeit vor allem die ironischen Anti-Obama-Spots. Doch auch hier droht ein Bumerang. Schauspieler Mike Myers, Star der Filmkomödie "Wayne's World", drohte gerichtliche Schritte an, nachdem das McCain-Lager in einem neuen Video gegen den Demokraten Barack Obama Szenen aus dem Erfolgsfilm verwendet hatte. Der Spot musste daraufhin von der Homepage McCains genommen werden. Auch das Hollywood-Sternchen Paris Hilton hatte sich gegen McCains Wahlkampfvideos gewehrt. In einem eigenen Video verspottete die 27-Jährige den Republikaner als "faltigen, weißhaarigen Typen". Weit mehr als sechseinhalb Millionen Menschen haben laut der Zeitung den Spot bereits im Web angeschaut.

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