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Rückschlag für Schumi II: «Hab' ich was verbrochen?»

Montreal (dpa) - Nach dem Sturz vom Podest in Montreal ertränkte Ralf Schumacher seinen Frust in Champagner.

Montreal (dpa) - Nach dem Sturz vom Podest in Montreal ertränkte Ralf Schumacher seinen Frust in Champagner.

«Hier in meinem Hotel waren sie so lieb, mir für meinen zweiten Platz eine Flasche Champagner aufs Zimmer zu stellen. Ich denke, bevor sie die Flasche wegen meiner Disqualifikation wieder abholen, mach' ich mich lieber daran, sie mit ein paar Freunden zu vernichten. Ein Frust-Gläschen kann jetzt nix schaden», klagte der Williams-BMW-Pilot.



Ein fast perfektes Formel-1-Wochenende endete für Ralf Schumacher mit einer erneuten Pleite. «Hab' ich irgendwas verbrochen, dass es für mich so knüppeldick kommt?», fragte der Williams-BMW-Pilot, nachdem er von seiner nachträglichen Disqualifikation beim Großen Preis von Kanada erfahren hatte. Der sich andeutende Aufschwung wurde durch die Entscheidung der Rennkommissare in Montreal, die Luftzufuhr der Bremskühlung an den Williams-BMW als regelwidrig einzustufen, abrupt gestoppt.

Mit der Pole-Position und dem zweiten Platz im Rennen hinter seinem Bruder Michael im Ferrari sorgte Ralf Schumacher nach schwachen Leistungen, drei Ausfällen in zuvor sieben Rennen, gerade einmal 12 WM-Punkten und den nicht enden wollenden Spekulationen um seinen Wechsel zu Toyota endlich wieder einmal für positive Schlagzeilen - ehe vier Stunden nach dem Rennen alle Hoffnungen dahin waren. «Da nützt es mir auch nix, dass sich Frank Williams gleich telefonisch bei mir entschuldigt hat, und da nützt es auch nix, dass das Kühlsystem nix bringt, weil es nicht optimal ist - ein Regelverstoß bleibt ein Regelverstoß, und dafür muss man bestraft werden!», zeigte sich der Kerpener auf seiner Homepage (www.Ralf-Schumacher.de) einsichtig.

Wie sein Teamchef Williams und sein Technischer Direktor Sam Michael zeigte Ralf Schumacher Verständnis für die harte Strafe: «Das muss ich leider so hinnehmen, auch wenn es natürlich schwer fällt. Es ist sehr, sehr schade, weil damit der positive Gesamteindruck dieses Rennens zunichte gemacht wird.» Kaum ein Trost für den 28-Jährigen war es, dass sein Teamkollege Juan Pablo Montoya sowie die beiden Toyota-Fahrer Cristiano da Matta und Olivier Panis aus demselben Grund ebenfalls ihre Plätze und Punkte verloren.

Von der Pole-Position gestartet, war Ralf Schumacher schon vor seiner Disqualifikation nicht ganz glücklich. Es sei ein bisschen enttäuschend, Zweiter zu werden, «wenn man als Erster losgefahren ist», begründete er seine Zurückhaltung. Dabei hatte BMW - Motorsportdirektor Mario Theissen Schumachers Leistung vor der Entscheidung der Kommissare gelobt und von einem «perfekten Wochenende» für seinen Fahrer gesprochen. Trotz des verkorksten Saisonverlaufes gab sich Ralf Schumacher vor dem nächsten Rennen in Indianapolis kämpferisch: «Ich werde motiviert weiterarbeiten, und das Gute daran ist ja, dass wir schon in einer Woche die Chance haben, diese Scharte auszuwetzen.»

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