Rückstand von Jan Ulrich auf Armstrong beunruhigt das Team
T-Mobile-Team gerät in Panik

Der unerwartet große Rückstand von Jan Ullrich hat im T-Mobile-Team für Unbehagen gesorgt. Der US-Amerikaner Lance Armstrong sieht sich nun im Vorteil.

HB BERLIN. Der klare Rückstand von Jan Ullrich beim Prolog zur Tour de France auf Lance Armstrong hat dem T-Mobile-Team zu denken gegeben. 15 Sekunden Rückstand waren einfach zu viel. «Klar hat Lance jetzt einen psychologischen Vorteil», räumte T-Mobile-Sportdirektor Mario Kummer ein. «Der Streckenverlauf kam Jan nicht so richtig entgegen, da konnte er seine Stärken noch nicht ausspielen. Aber letztlich ist auch noch nichts Dramatisches passiert.»

Bei allem Bemühen, Ullrichs 16. Platz im Auftaktzeitfahren herunterzuspielen, konnte das Team seine Enttäuschung nicht verbergen. Teamchef Walter Godefroot verschwand kommentarlos in seinem verkratzten Auto und brauste sichtlich erregt davon. Vor dem Start hatte der Belgier noch prognostiziert, dass der Prolog zu kurz sei, um schon echte Aufschlüsse über die Form der Favoriten zu liefern.

Das sah Armstrong ein wenig anders. «Vor dem Start war ich mir nicht sicher, wie ich im Vergleich zu den anderen drauf bin. Aber jetzt weiß ich, dass meine Form da ist», so der US-Amerikaner zufrieden. Als Zweiter verlor er auf dem Stadtkurs in Lüttich nur zwei Sekunden auf den Schnellsten des Tages, den Schweizer Fabian Cancellara, während Ullrich insgesamt 17 Sekunden auf der Strecke ließ. «Es überrascht mich schon ein wenig. Aber die Tour ist noch lang und Jan wird noch zeigen, dass er super drauf ist. Da kann man sich absolut sicher sein», meinte Armstrong.

Auch Ullrich verwies darauf, dass die Tour ja noch gar nicht wirklich begonnen habe. «Das war nur der Prolog, da geht es um Sekunden, aber am Ende werden Minuten entscheiden.» Schon der nächste Kampf gegen die Uhr beim Mannschaftszeitfahren (64,5 km) am Mittwoch könnte sich deutlich im Klassement niederschlagen, auch da scheint Armstrongs Team im Vorteil. In George Hincapie (10.), Floyd Landis (17.) und dem Russen Wjatscheslaw Ekimow (19.) schafften drei weitere US-Postal-Fahrer im Prolog den Sprung unter die ersten 20 - bei T-Mobile gelang das außer Ullrich keinem.

Zweitbester Magenta-Profi war der deutsche Straßenradmeister Andreas Klöden auf einem ordentlichen 24. Rang (19 Sekunden zurück). Ex-Zeitfahrweltmeister Santiago Botero kam dagegen mit 29 Sekunden Rückstand nur auf Platz 71. Für Kummer dennoch kein Grund zur Sorge. «Die Mannschaft ist gut und wird das auch zeigen.» Auch die weitere Konkurrenz zeigte sich für die bevorstehenden drei Wochen gerüstet. Mitfavorit Tyler Hamilton (USA) blieb als 18. nur eine Sekunde hinter Ullrich und war damit sogar nur drittbester Fahrer seines Schweizer Phonak-Teams. «Unser Mannschaftsergebnis kann sich sehen lassen, aber ich habe auch schon vorher gewusst, dass ich ein starkes Team an meiner Seite habe», sagte der Tour-Vierte des Vorjahres.

Bester Deutscher und zugleich bester CSC-Fahrer war der Berliner Jens Voigt als Siebter. «Ich bin wirklich zufrieden. Das war der gute Auftakt, den ich mir erhofft hatte», erklärte der 33-Jährige. Noch glücklicher war Cancellara, der den bislang größten Erfolg seiner Karriere feierte. «Ich bin so überwältigt, dass ich meine Gefühle kaum beschreiben kann», sagte der zweimalige Junioren-Weltmeister im Zeitfahren. «Ich wusste, dass ich eine Chance habe, und bin ganz klar auf Sieg gefahren. Das Gelbe Trikot erobert zu haben, ist natürlich ein Traum.»

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%