Rückstellungen für die Altautoverordnung
Opel-Chef dämpft Erwartung auf schnelle Ergebniswende

Opel-Chef Carl-Peter Forster hat Erwartungen auf eine schnelle Ergebniswende durch das Programm "Olympia" gedämpft.

dpa-afx HAMBURG. "Neben der Ergebnisverbesserung im operativen Bereich bedingt der sozialverträgliche Stellenabbau in den Jahren 2002 und 2003 einmalige, außerordentliche Aufwendungen, die das Jahresergebnis belasten werden", sagte Forster der "Financial Times Deutschland". Zudem würden Rückstellungen für die Altautoverordnung das Jahresergebnis drücken. Im vergangenen Jahr hatte der Betriebsverlust 982 Mill. DM betragen.

Damit stellte Forster klar, dass Opel unter dem Strich für dieses und das nächste Jahr ein negatives Konzernergebnis ausweisen wird. Zahlen nannte er nicht. Gleichzeit erwartet der Opel-Chef, der seit April im Amt ist, beim Ertrag aus dem Kerngeschäft eine schnellere Wende: "Nachdem wir für das Geschäftsjahr 2001 im operativen Bereich ein belastetes Ergebnis erwarten, werden sich 2002 bereits Effekte unseres Zukunftsprogramms Olympia einstellen und zu einer deutlichen Ergebnisverbesserung führen", sagte Forster.

Kernpunkte des Programms "Olympia" sind Kostensenkungen, Abbau von Überkapazitäten in den europäischen Werken sowie Einschnitte in das Vertriebsnetz. Vom Kapazitätsabbau sind vor allem die großen Werke in Bochum, Antwerpen (Belgien) und Saragossa (Spanien) betroffen. Forster: "In Belgien haben die Verhandlungen im Ergebnis einen stufenweisen Kapazitätsabbau auf 306 000 Einheiten in 2002 und auf 270 000 Einheiten in 2003 vorgesehen. Daraus ergibt sich ein Stellenabbau von voraussichtlich 900 Arbeitsplätzen. Die Verhandlungen im spanischen Saragossa sind noch nicht abgeschlossen."

2500 Stellen sollen in Deutschland gestrichen werden

In Spanien rechnen Gewerkschafter mit dem Verlust von rund 600 Arbeitsplätzen. In Deutschland sollen 1 600 Opel-Mitarbeiter das Unternehmen freiwillig verlassen. Weitere Stellen werden durch natürliche Fluktuation abgebaut, die laut Forster bei rund 1,4 Prozent und damit im Branchendurchschnitt liegt. Insgesamt wird Opel in Deutschland rund 2 500 der derzeit 42 000 Stellen streichen. Der Kapazitätsabbau soll die Größenordnung von 350 000 Autos im Jahr erreichen.

Zur Modellpolitik sagte Forster: "Opel wird in den nächsten fünf Jahren alle Kernmodelle seiner gesamten Produktpalette erneuern und darüber hinaus Varianten mit neuen Karosserieformen und weitere Nischenmodelle auf den Markt bringen." Er plant, alle sechs Monate ein neues Modell vorzustellen. In Detroit hatte sich Forster bei der Konzernmutter General Motors zusichern lassen, dass trotz der Verluste Investitionen in die Produkt-Entwicklung nicht gekürzt werden. Im Gegenteil: Weil Betriebsteile wie Presswerke und Teilefertigung verkauft werden, kann das Unternehmen seine knappen Ressourcen auf die neuen Modelle konzentrieren.

Die aktuelle Konjunkturabschwächung lässt Forster weitgehend kalt: "Aus heutiger Sicht gehen wir von einer Stabilisierung des Marktanteils in Deutschland auf einem Niveau von gut zwölf Prozent aus. Zu einer Zielkorrektur haben wir derzeit keinen Anlass."

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