Rücktritt des Verteidigungsministers wird gefordert
Tupolew-Absturz: Ukraine gerät stärker unter Druck

Nach der Veröffentlichung weiterer Details über den mutmaßlichen Abschuss einer russischen Passagiermaschine durch eine fehlgeleitete ukrainische Flugabwehrrakete hat der Druck auf Kiew zugenommen.

dpa KIEW/JERUSALEM. "Wo sind wir getroffen worden?", seien die letzten Worte des Piloten der Tupolew-154 mit 78 Menschen an Bord gewesen, berichtete die russische Zeitung "Kommersant" am Donnerstag unter Berufung auf die regionale Flugkontrollzentrale am Schwarzen Meer.

Der ukrainische Präsident Leonid Kutschma gab am Donnerstag Forderungen aus dem Parlament nicht nach, Verteidigungsminister Alexander Kusmuk solle zurücktreten. Kutschma sagte nach Angaben der Agentur Interfax, er wolle erst das Ergebnis der Expertenkommission abwarten.

Nach dem vermuteten Raketentreffer auf die von Tel Aviv in Richtung Nowosibirsk fliegende Passagiermaschine hätten die Piloten noch 40 Sekunden lang versucht, Funkkontakt zum Boden aufzunehmen, sagte der stellvertretende Direktor des nordkaukasischen Flugkontrollzentrums, Wladimir Schukow. Die Tupolew war am vergangenen Donnerstag vor der russischen Küste ins Schwarze Meer gestürzt.

Zur gleichen Zeit hatte das ukrainische Militär etwa 200 Kilometer weiter nördlich auf der Krim eine Schießübung mit Boden-Luft-Raketen des Typs S-200 abgehalten. Der Sekretär des ukrainischen Sicherheitsrates, Jewgeni Martschuk, musste sich am Donnerstag auf einer Sitzung der Untersuchungskommission in Sotschi verantworten. Ein Mitarbeiter der Gerichtsmedizin von Sotschi dementierte Medienberichte, wonach in den geborgenen Leichen Schrapnell einer explodierten Rakete gefunden worden sei.

In Israel kündigte Außenminister Schimon Peres eine sorgfältige Untersuchung der Hintergründe an. An Bord befanden sich mehr als 50 Israelis. Auf einer Sondersitzung der Knesset (Parlament) zum Gedenken an die Opfer dankte Peres den russischen Behörden für ihre Unterstützung bei den Bergungsarbeiten. Wegen des Unglücks hatte die Regierung in Jerusalem für Donnerstag Staatstrauer angeordnet.

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