Rücktritt per E-Mail: Mankamyer resigniert als US-NOK-Chefin

Rücktritt per E-Mail
Mankamyer resigniert als US-NOK-Chefin

Mit dem Rücktritt seiner Präsidentin Marty Mankamyer hat die Krise des Nationalen Olympischen Komitees der USA (USOC) einen neuen Höhepunkt erreicht. Ihre Demission hat die 69- Jährige nach nur sechsmonatiger Amtsführung am Dienstag per E-Mail mitgeteilt.

HB/dpa COLORADO SPRINGS. "Da es ohne meinen Rückzug keine Möglichkeit für einen Frieden zu geben schien und ich zudem glaube, dass mein Schritt einen positiven Unterschied zu der Organisation darstellt, der ich fast zwanzig Jahre gewidmet habe, beschloss ich zurückzutreten", teilte Mankamyer der USOC-Geschäftsführung mit.

Im vergangenen August hatte die Immobilienmaklerin die ehrenamtliche Funktion von Sandy Baldwin übernommen, die wegen falscher akademischer Angaben in der Biografie gehen musste. Mankamyers Rücktritt erfolgte eine Woche nach ihrer Anhörung vor dem Kongress in Washington. Dort waren sie und der USOC-Vorstands- Vorsitzenden Lloyd Ward von US-Senatoren wegen der Zerstrittenheit im USOC scharf attackiert worden. Die Senatoren hatten die Forderung erhoben, dass das USOC radikal neu strukturiert werden soll.

Letzter Auslöser der schwersten Führungskrise seit der Gründung des USOC vor 25 Jahren war das Zerwürfnis zwischen Mankamyer und Ward. Ihr Streit war Mitte Januar eskaliert, als der der Vorteilsnahme verdächtigte Ward auf einer Sondersitzung des Exekutivkomitees für sein "ethisches Fehlverhalten" nur verwarnt und die von Mankamyer angestrebte Entlassung nicht durchgesetzt wurde. Daraufhin hatten alle fünf USOC-Vizepräsidenten Mankamyer zum Rücktritt aufgefordert.

Unterdessen haben fünf Mitglieder der Ethik-Kommission ihre Tätigkeit quittiert. Ward, der beim USOC ein Jahreseinkommen von 550 000 Dollar bezieht, wurde angelastet, dass er der Stromlieferungs- Firma seines Bruders für die diesjährigen Panamerikanischen Spiele in der Domikanischen Republik einen millionenschweren Vertrag vermittelt habe. Einen Vertragsabschluss habe es aber nie gegeben.

Seit über einem Jahrzehnt wird das Führungsetage des USOC, die sich aus einem 22-köpfigen Exekutivkomitee und 123-köpfigen Hauptausschuss zusammensetzt, immer wieder von intriganten Machtkämpfen zwischen den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern erschüttert. Allein seit 2000 wurde das reichste NOK der Welt von vier Vorstandsvorsitzenden und drei Präsidenten geleitet. Der Etat des US-NOK macht in der gegenwärtigen Periode zwischen 2000 und 2004 491,5 Mill. Dollar aus.

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