Rücktrittsforderungen zurückgewiesen
Ron Sommer macht Aktienmärkte für Kursmisere verantwortlich

Telekom-Chef Ron Sommer hat Kritik an seiner Unternehmensführung vehement zurückgewiesen und einen Rücktritt ausgeschlossen.

afp Hannover. Gerüchte über einen bevorstehenden Rücktritt seien «absoluter Unsinn», sagte Sommer dem «Wall Street Journal Europe» vom Freitag. Grund für die starken Kursverluste der T-Aktie sei die allgemein schlechte Lage an den Aktienmärkten und nicht fehlendes Vertrauen in seine Führungsqualitäten. Die T-Aktie hat seit ihrem Höchststand von Anfang März 2000 über drei Viertel ihres Wertes verloren.

"Ich habe nur ein Problem», sagte Sommer der Zeitung: «Ich hasse die derzeitige Lage am Aktienmarkt, aber ich werde keine Zeit darauf verschwenden, mich darüber zu beschweren.» Der Telekom-Chef kündigte an, weiter hart daran zu arbeiten, den Status der Telekom als Wachstumsunternehmen zu erhalten und die Produktivität zu steigern. Die T-Aktie bewegte sich am Freitagvormittag um die 25 Euro (48,90 Mark).

Wie andere Telefonfirmen in Europa leidet die Deutsche Telekom unter einem Misstrauen der Anleger gegenüber Telekommunikationswerten und Zweifeln an der Rentabilität der Milliardenkosten für den neuen Mobilfunkstandard UMTS. Sommer persönlich wird aber vorgeworfen, durch eine kostspielige Expansionspolitik wie den Zukauf der US-Firma VoiceStream die ohnehin hohen Schulden auf den immensen Betrag von zuletzt 56,4 Milliarden Euro (110,3 Milliarden Mark) getrieben zu haben. Gleichzeitig sehen Experten die Position des Unternehmens in Europa eher schwach, weil die Telekom etwa weder in Frankreich noch Italien vertreten ist.

Zuletzt hatte bei den Aktionären die Berichtigung des Immobilienbesitzes für Unmut gesorgt. Kleinanleger reichten daraufhin bei der Staatsanwaltschaft Bonn Anzeigen gegen Sommer und dessen Management wegen wissentlich überhöhter Bewertung der Immobilien in der Telekom-Bilanz ein.

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