Rückversicherer zieht Konzern in die roten Zahlen
HDI will wieder Schutz gegen Terror bieten

Der HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie V. a. G. will ab April in Deutschland eine Police für Terrorschäden bis zu einer Deckung von 50 Mill. Euro je Schaden anbieten.

cd/rl BERLIN/HAMBURG. . Dies kündigte HDI-Vorstand Gerhard Heidbrinck am Rande einer Industrieversicherungstagung in Berlin an. Je nach Risiko betrage der Preis dafür jährlich 250 000 bis 2,5 Mill. Euro. Voraussetzung ist, dass die Unternehmen im Schadenfall selbst für 1 bis 7,5 Mill. aufkommen. Seit Jahresanfang stehen in Deutschland infolge der Anschläge in den USA Industriekonzerne ohne Versicherungsschutz gegen Terror da. Die HDI-Police könne die angestrebte Gesamtlösung von Versicherungswirtschaft und Staat allerdings nur ergänzen, hieß es.

HDI ist der zweite Anbieter, der eine solche Spezialpolice auf den deutschen Markt bringt, nach dem US-Marktführer AIG. Die Allianz steht ebenfalls in den Startlöchern. Allianz-Vorstand Axel Theis stellte am Dienstag auf einer Fachtagung in Hamburg allerdings folgende Bedingung: "Versicherungsschutz kann langfristig nur dann gewährleistet werden, wenn der Versicherer damit auch eine sichere Gewinnchance hat." Doch diese Chance sehen offenbar noch zu wenige Anbieter. Denn selbst alle bisherigen Angebote zusammen können die Nachfrage nicht befriedigen.

Das Interesse der Industrie ist groß, nicht zuletzt, weil die Manager gesetzlich (nach KontraG) gehalten sind, ihre Konzerne gegen unternehmensbedrohende Risiken stärker abzusichern. Ansonsten drohen Vorstand und Aufsichtsrat laut HDI "weit reichende Ansprüche".

Der HDI erwartet "in Kürze" eine Einigung mit der Bundesregierung über einen Terrorpool mit staatlicher Beteiligung. Keine Chance habe die von der Versicherungswirtschaft favorisierte unbegrenzte Staatshaftung ab einer Schadenshöhe von mehr als 3 Mill. Euro; bis zu dieser Grenze will die Assekuranz über den Pool oder einen Spezialversicherer die Terrorschäden decken. "Hier gibt es haushaltsrechtliche Probleme für den Bund", sagte Heidbrinck.

Für 2002 prognostiziert der HDI, mit einem Marktanteil von 10 % nach Allianz und Gerling drittgrößter Industrieversicherer in Deutschland, einen geschäftlichen Aufwärtstrend. Die Preise zögen quer durch alle Sparten an, allein im Haftpflichtgeschäft hätten sich die Prämien in Einzelfällen verdreifacht. Im vergangenen Jahr wurde der HDI dagegen "schwer gebeutelt", räumte Vorstand Klaus-Peter Herfeld ein. Insgesamt musste der HDI für jeden eingenommenen Euro Prämie 1,38 für Schäden und Kosten aufwänden. Dass Versicherer mehr ausgeben können, als sie an Beiträgen einnehmen, ist möglich, weil sie mit den Prämien zwischenzeitlich Kapitalerträge erzielen. Diese beliefen sich beim HDI 2001 auf mehr als 200 Mill. . Die gebuchten Bruttobeiträge des Industrieversicherers stiegen 2001 insgesamt um 15,9 % auf knapp 928,5 Mill. Euro. Unter dem Strich erwartet der HDI im direkten Industrieversicherungsgeschäft zwar keinen Verlust. Allerdings ziehen die Verluste der Tochter Hannover Rück den Konzern in die roten Zahlen.

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