Rückzahlung für annullierten Kampfjet-Auftrag
Pentagon verlangt Milliarden von Boeing und General Dynamics

Das Pentagon verlangt nach Informationen des Wall Street Journal 2,3 Mrd. $ an Rückzahlungen von den US-Rüstungskonzernen Boeing und General Dynamics. Grund für die Forderung ist der annullierte Auftrag für die A-12 Kampfflieger.

kk NEW YORK. Mit der überraschenden Entscheidung beendet die US-Regierung einen seit elf Jahren andauernden Streit.

Der damalige Verteidigungsminister Dick Cheney hatte das A-12 Kampfflieger-Programm für die Navy 1991 gestoppt - in einer Zeit, als die Spannungen des Kalten Krieges nachließen. Bei der Entwicklung hatte es verschiedene Rückschläge gegeben, die Kosten waren höher als geplant.

Ein Rechnungsprüfer der Navy hat nun nach Informationen des Wall Street Journal in Briefen jeweils 1,15 Mrd. $ von Boeing und General Dynamics verlangt. Sollten sie bis zum 30. September nicht zahlen, werde der Pentagon sein Inkassobüro einschalten und darüber hinaus künftige Zahlungen zurückhalten.

Das scharfe Vorgehen der Regierung überraschte Unternehmen und Beobachter gleichermaßen. In einer Mitteilung nannte General Dynamics das Vorgehen "eine ungehörige Verhandlungstaktik und den offensichtlichen Versuch, einen Vorsprung in den Verhandlungen zu gewinnen". Ein Boeing-Sprecher sagte, der Konzern mit Sitz in Chicago sei "überrascht und enttäuscht, die Korrespondenz zu einem Zeitpunkt zu erhalten, an dem die Verhandlungen noch im Gange sind".

Ein Gericht hatte im August 2001 entschieden, dass die Annullierung des Auftrags rechtens war. Seitdem stehen die Unternehmen mit dem Pentagon in Verhandlungen über eine Einigung. Die Konzerne haben Preisnachlässe für laufende Aufträge Projekte über zehn Jahre angeboten, die ihren Angaben zufolge 2,5 Mrd. $ wert sind. Doch Vertreter des Verteidigungs- und Justizministeriums bestanden auf Cash-Zahlungen. Ein anderes Gerichtsurteil, dass von den Unternehmen Zahlungen von mehr als 2 Mrd. $ verlangt, ist noch in der Berufung. Loren Thompson, Chef der renommierten Denkfabrik Lexington Institute, kritisierte, die Navy behandle ihre Top-Zulieferer, als wären sie "überfällige Kreditkarten-Besitzer".

Beide Unternehmen sagten, dass die Entscheidung ihre Ergebnisse beeinträchtigen würde. Boeing müsse 1,45 Mrd. $ vor Steuern abschreiben, hieß es. Der Konzern leidet derzeit ohnehin unter dem schwachen Geschäft im zivilen Luftfahrtbau. Außerdem droht dem Unternehmen weiterhin ein Streik seiner Mechaniker. Auch General Dynamics sagte, die Entscheidung mache Abschreibungen in Höhe von 1,1 Mrd. $ vor Steuern erforderlich.

Quelle: Handelsblatt

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