Rückzug aus US-Massengeschäft
Geschäftspläne lassen Beru-Aktie stürzen

Auto-Zulieferer Beru will sich aus dem Massengeschäft in den USA zurückziehen. An der Börse reagierten die Aktien zunächst mit einem Kurssturz.

HB LUDWIGSBURG. Weil sich bei den in den USA bald gesetzlich vorgeschriebenen Systemen für die Reifendruckkontrolle ein ruinöser Preiskampf entwickelt habe, wolle man auf die Preise nicht eingehen und sich aus dem Massengeschäft zurückziehen, teilte die Beru AG am Freitag in Ludwigsburg mit.

Die Börse reagierte darauf am Mittag mit einem Kurssturz der im MDax notierten Aktie von knapp 17 % auf 43,40 ?. Beru hatte in dem US-Geschäft langfristig ein Umsatzpotenzial in dreistelliger Millionenhöhe gesehen.

Beru ist im Hauptgeschäft Weltmarktführer bei Dieselkaltstarttechnologie. Die elektronische Reifendruckkontrolle machte am Jahresanfang erst 2,5 % des Jahresumsatzes von 276,5 Mill. ? aus. Da in den USA aber ab 2003 mit Zwischenschritten bis 2006 eine Reifendruckkontrolle für alle Pkw und leichte Lkw Gesetz wird, sah man dort ein großes Geschäftspotenzial. Nun habe sich aber ein umkämpfter Massenproduktmarkt entwickelt, wobei die drei großen US-Automobilbauer Preisvorstellungen entwickelt hätten, die für Beru meistens unter den Herstellkosten lagen, hieß es. Außerdem hätten neue Wettbewerber zunehmend vereinfachte, "teilweise fragwürdige" Technik angeboten.

Bei Beru hieß es, dass ein bereits vereinbarter Großauftrag von Ford erst einmal bis 2004 auf Eis gelegt worden weil, weil Ford ein einfacheres System testen wolle. Außerdem habe auch Chrysler einem andern Anbieter den Vorzug gegeben.

Beru

-Vorstandschef Ulrich Ruetz erklärte, der Ludwigsburger Zulieferer wolle sein hoch technisiertes Reifendruck-Kontrollsystem für die meisten europäischen Oberklasse-Modelle weiterentwickeln und neue Aufträge dafür einholen. Auch alle rund 500 000 jährlich aus Europa in die USA exportierten Modelle würden unverändert hohe Anteile von Beru-Systemen aufweisen. Das Unternehmen beliefert unter anderem Porsche, Audi, BMW, Daimler-Chrysler, VW und Ferrari.

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