Rückzug des Telekom-Konsortiums Blu überraschte
Italien: Minister beraten über Fortsetzung der UMTS-Auktion

Nach dem überraschenden Rückzug des Telekom-Konsortiums Blu, beraten die Minister über den Fortgang der Versteigerung.

vwd/apa ROM. Nach dem Rückzug des italienischen Telekom-Konsortiums Blu aus der dortigen UMTS-Versteigerung wird am Montagnachmittag die italienische Regierung über den Fortgang der Auktion beraten. Wie Premierminister Giuliano Amato am Rande einer Tagung ankündigte, wird sich das Kabinett voraussichtlich gegen 17 Uhr MESZ zusammenfinden. Nach den Auktionsregeln wäre die Versteigerung mit den Höchstgeboten für die fünf Lizenzen der elften Runde beendet. Der Rückzug von Blu war offenbar vor allem auf Drängen des Hauptaktionärs Autostrade Concessioni e Costruzioni Autostrade SpA, Rom/Florenz, zu Stande gekommen.

Die Verwaltungsgesellschaft der italienischen Autobahnen, die eine 32 %ige Beteiligung an Blu hält, erklärte am Montag, sie sei auf der Suche nach "sicheren Investitionen" und wolle sich auf das Kerngeschäft konzentrieren. Die Gesellschaft klagte wegen Mangel an Projekten und der Ungewissheit um die Investitionen, die die Entwicklung des UMTS-Systems erfordere. Wie British Telecommunications plc, London, betonte, sei das britische Unternehmen durchaus bereit gewesen, seinen 20 %igen Anteil an Blu aufzustocken und eventuell Anteile von Autostrade zu übernehmen. Dies sei aber an dem von den anderen Blu-Teilhabern geforderten Preis gescheitert.

Wie BT hinzu fügte, stimmten mit BT selbst, Banco Nazionale del Lavoro SpA, Italgas, Distacom sowie der Mediaset SpA etwa 52 % des Kapitals des Blu-Konsortiums für ein Verbleib in dem Versteigerungsverfahren. Allerdings sei nach den Konsortialregeln von Blu dafür eine Mehrheit von 80 % notwendig gewesen.

Die Mitteilung von Blue stieß in Parlamentskreisen auf scharfe Kritik. Dem Grünen-Abgeordneten Natale Ripamonti zufolge besteht der Verdacht, dass Blu gar keine Absicht hatte, an der Versteigerung teilzunehmen. Nur auf Grund von Absprachen mit den anderen Bietern habe sich das Konsortium doch zur Teilnahme entschlossen, um den Gesellschaften die Zahlung niedrigerer UMTS-Erlöse nach wenigen Versteigerungstagen zu ermöglichen.

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