Rückzug
RWE stößt alle Tankstellen ab

Der Energiekonzern RWE will sich ganz aus seinem Raffinerie- und Tankstellengeschäft zurückziehen. Rückwirkend zum 1. Juli 2002 soll daher die 50-prozentige Beteiligung an der Shell Dea Oil GmbH ganz an den bisherigen Partner Shell übergehen, teilte RWE am Mittwoch in Essen mit.

Reuters ESSEN. RWE bekommt den Angaben zufolge für seine Hälfte 1,35 Milliarden Dollar, zahlbar allerdings erst im Juli nächsten Jahres. Der Unternehmenswert des Anteils liegt mit zwei Milliarden Dollar deutlich über dem Verkaufspreis. Zur Begründung verwies RWE darauf, dass alle fälligen Restrukturierungskosten bei Shell Dea Oil von Shell übernommen werden.

RWE hatte seine Raffinerie- und Tankstellenaktivitäten der Tochter RWE Dea im vorigen Jahr in das Joint Venture mit Shell eingebracht, das im Januar dieses Jahres an den Start gegangen war. Damals war vereinbart worden, dass Shell spätestens ab 2004 die Mehrheit an dem in Hamburg ansässigen Unternehmen übernehmen werde.

RWE wollte sich aus dem so genannten Downstream-Geschäft zurückziehen, weil es aus Unternehmenssicht nicht mehr zu den Kerngeschäften passt. RWE-Vorstandschef Dietmar Kuhnt erklärte in einer Pressemitteilung, am Upstream-Geschäft aber festhalten zu wollen. Die Exploration und Produktion von Erdöl und Erdgas gehöre über die Führungsgesellschaft RWE Dea weiterhin zum Kerngeschäft Gas von RWE.

Shell Dea Oil verfügt den Angaben zufolge über sechs Raffinerien, von denen vier dem Unternehmen zu hundert Prozent gehören. Nach dem Zusammenschluss der Tankstellen von Shell und Dea in Deutschland und dem vom Kartellamt vorgeschriebenen Verkauf von zwei Millionen Tonnen Einzelhandelsvolumen bezifferte RWE den Marktanteil von Shell Dea Oil in Deutschland auf 20 Prozent.

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